Wilhelm-Hradil-Hof

Ein wahrer Meidlinger bleibt hier in bester Erinnerung

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Die städtische Wohnhausanlage in der Hohenbergstraße 34 trägt ab sofort den Namen Wilhelm-Hradil-Hof. Damit erinnert die Stadt Wien an den langjährigen Meidlinger Bezirksvorsteher Wilhelm Hradil, der den 12. Bezirk über Jahrzehnte prägte.

Die städtische Wohnhausanlage in der Hohenbergstraße 34 in Meidling trägt seit Kurzem den offiziellen Namen Wilhelm-Hradil-Hof. Mit dieser feierlichen Hofbenennung, die auf einem Antrag der Sozialdemokraten vom September 2024 basiert und im Dezember beschlossen wurde, erinnert die Stadt Wien an den langjährigen Meidlinger Bezirksvorsteher Wilhelm Hradil. Der geehrte Politiker setzte sich über Jahrzehnte hinweg für seinen Bezirk sowie für soziale Gerechtigkeit ein. Eine tiefe persönliche Verbindung besteht zur Anlage selbst, da Hradil mehr als 50 Jahre und bis zu seinem Tod im Jahr 2002 auf Stiege 6 an genau dieser Adresse lebte.

“Wilhelm Hradil war Meidling über viele Jahrzehnte eng verbunden. Als Bezirksvorsteher hat er mit großem Einsatz daran gearbeitet, den Bezirk lebenswerter zu machen – mit neuen Wohnungen, mehr Grün, wichtiger Infrastruktur und vielen Verbesserungen, die bis heute sichtbar sind. Dass nun ein Gemeindebau seinen Namen trägt, ist eine besonders schöne Form der Erinnerung an einen Mann, der Meidling nicht nur politisch geprägt hat, sondern diesem Bezirk auch persönlich tief verbunden war“, betont Bezirksvorsteher Wilfried Zankl.

Nachhaltiger Gestalter des 12. Bezirks

Wilhelm Hradil wurde am 8. Februar 1914 als Sohn eines Straßenbahners in Wien geboren. Bereits als 16-Jähriger engagierte er sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend, ehe er nach den Februarkämpfen 1934 und dem Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei sein politisches Engagement in der illegalen Revolutionären Sozialistischen Jugend fortsetzte. Nach Kriegsdienst, Verwundung und Gefangenschaft kehrte er 1946 nach Wien zurück, wo er seine bezirkspolitische Laufbahn startete, 1950 Bezirksrat wurde und schließlich von 1959 bis 1976 als Bezirksvorsteher amtierte. Er war mitverantwortlich für den Aufschwung des traditionsreichen Bezirks und setzte sich maßgeblich für den Ausbau der Infrastruktur, neuer Erholungsgebiete, die Renovierung des Theresienbads sowie den Bau wichtiger Brücken ein.

Stadträtin Elke Hanel-Torsch und BV Wilfried Zankl beim Rundgang durch den neu benannten Wilhelm-Hradil-Hof © Berger

„Wilhelm Hradil hat sich sein Leben lang für die Menschen und für soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Schon als junger Mann trat er für Demokratie und Freiheit ein und engagierte sich im Widerstand gegen das austrofaschistische Regime. Später übernahm er über many Jahre Verantwortung für seinen Heimatbezirk. Seine Arbeit war immer am Leben der Menschen orientiert – an gutem Wohnen, an öffentlichen Grünräumen und an einer lebenswerten Stadt“, erklärt Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.

Gemeindebau aus der Zeit des Roten Wien

Die geschichtsträchtige Wohnhausanlage in der Hohenbergstraße 34 wurde zwischen 1927 und 1930 errichtet und stammt aus der Blütezeit des Roten Wien. Bis vor Kurzem trug die Anlage, die insgesamt 37 Wohnungen umfasst, welche sich auf acht Bauten verteilen, keinen eigenen Namen. Die zwei- und dreigeschoßigen Bauten des Architekten Camillo Fritz Discher zeichnen sich durch ihre villenartige Gestaltung sowie die terrassenartig angelegten Grünflächen aus. Das architektonische Erbe wurde kontinuierlich gepflegt, sodass von 1993 bis 1995 eine umfassende Sanierung der Anlage stattfand, bei der das Dach neu gedeckt, die Fassade instandgesetzt und der Bau an das Wiener Fernwärmenetz angeschlossen wurde.

Das geförderte Wohnen gilt im Bezirk als das Kernstück des sozialen Wiens, das den Menschen seit jeher ein leistbares und sicheres Zuhause bietet, in dem bis heute die unterschiedlichsten Menschen friedlich miteinander leben und Generationen eine Heimat finden. Die festliche Zeremonie vor Ort zog zahlreiche Gäste an, darunter die Familie und treue Wegbegleiter des Politikers, Vertreter der Bezirkspolitik sowie die Bewohnerinnen und Bewohner der Anlage, während ein Vizedirektor von Wiener Wohnen den Festakt begleitete.

Infos zur Wohnhausanlage

  • Objekt: Wilhelm-Hradil-Hof (ehemals unbenannte städtische Wohnhausanlage Hohenbergstraße 34)
  • Bezirk: 12. Wiener Gemeindebezirk (Meidling)
  • Errichtung: 1927–1930 (Zeit des Roten Wien)
  • Architekt: Camillo Fritz Discher
  • Umfang: 37 Wohnungen, verteilt auf 8 Bauten (zwei- und dreigeschoßige, villenartige Bauweise)
  • Sanierung: 1993–1995 (Instandsetzung der Fassade, Dachneueindeckung und Fernwärmeanschluss)
  • Namenspatron: Wilhelm Hradil (1914–2002), Meidlinger Bezirksvorsteher von 1959 bis 1976
  • Persönlicher Bezug: Hradil lebte selbst über 50 Jahre in dieser Anlage auf Stiege 6
  • Politischer Werdegang: Antrag der Sozialdemokraten vom September 2024, offizieller Bezirksbeschluss im Dezember 2024
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