Wolfgang Mückstein: Mariahilfer Arzt wird Gesundheitsminister

© picturedesk.com

Nach dem Rücktritt des Gesundheitsministers Rudolf Anschober am Dienstag folgt der Wolfgang Mückstein, ein Arzt aus Mariahilf, als Gesundheitsminister.

Vielen Wienerinnen und Wienern ist der freundliche Arzt bekannt. Er ist seit 2010 im Bezirk Mariahilf in einer Gruppenpraxis tätig, die er gemeinsam mit seinen Partner zu Österreichs ersten Primärversorgungszentrum ausgebaut hat. Wolfgang Mückstein studierte an der Universität Wien Medizin. Zusätzlich hat er ein Bachelorstudium für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) absolviert.

Mit dem Mariahilfer Arzt kommt laut Vizekanzler Werner Kogler „ein Mann vom Fach“ in die Regierung, „der aus der Praxis wisse, wie sich die Pandemie auf das Gesundheitssystem auswirke“. Mückstein selbst hat vor der neuen Herausforderung großen Respekt und bedankte sich bei seinem Vorgänger.

Der 46-jährige Mückstein ist politisch nicht unbekannt. Der Vater zweier Töchter engagierte sich schon lange bei den Grünen und ist langjähriger Ärztekammermandatar. Er war auch bei den Koalitionsverhandlungen 2019 zwischen Grünen und ÖVP mitverantwortlich für das Gesundheits- und Sozialprogramm. Der designierte Minister beriet auch den scheidenden Gesundheitsminister zu Österreichs breiten Teststrategie.

Der neue Gesundheitsminister begrüßte auch Michael Ludwigs Entscheidung, den Lockdown in Wien zu verlängern: „Wenn Intensivstationen – wie derzeit in Wien – an ihre Grenzen kommen, dann bin ich für einen Lockdown.“, so Wolfgang Mückstein.

Gesundheitsminister Anschober zurückgetreten

In einer emotionalen Pressekonferenz gab Rudi Anschober seinen Rücktritt nach 15 Monaten als Gesundheitsminister bekannt.

Im Rahmen dieser kurzfristig anberaumten persönlichen Erklärung erklärte der ehemalige Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und KonsumentInnenschutz, dass er „ausgepowert und überarbeitet sei“. Nach Rücksprache mit seinen Ärzten habe er sich daher entschlossen, sein Ministeramt zurückzulegen. Gerüchte über einen baldigen Rücktritt haben sich in letzter Zeit gemehrt, zumal Anschober mehrfach in Krankenstand getreten war. Der ehemalige Gesundheitsminister meinte dazu „in der schwersten Gesundheitskrise seit Jahrzehnten braucht die Republik einen Gesundheitsminister, der zu 100 Prozent fit ist. Das bin ich nicht und werde ich nicht, wenn ich nicht die Notbremse ziehe.“

Über seine Pläne nach seiner gesundheitlichen Genesung wollte der 60-Jährige Oberösterreicher noch nichts sagen – nur soviel, dass er sich seinen „Traum verwirklichen“ und seinen „ersten politischen Roman schreiben“ möchte.