Die Stadt Wien wird noch grüner, und das direkt auf den Schienen der Straßenbahn. Die Wiener Linien setzen ihre Begrünungsoffensive konsequent fort und erweitern das bestehende Netz im Laufe des Jahres um zusätzliche grüne Abschnitte.
Aktuell gibt es in Wien rund 12 Kilometer Grüngleise und 2026 kommen weitere Abschnitte dazu. So wird nicht nur das Stadtbild aufgewertet, sondern auch ein wertvoller Beitrag zum Klima geleistet. Die bestehenden Strecken sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt und erproben unterschiedliche vegetationstechnische Ansätze. Grüngleise gibt es bereits auf den Linien 1, 2, 6, 11, 12, 18, 25, 26, 27, 31, 62, 71, O und D und das in unterschiedlichsten Ausführungen.
Öffi-Stadträtin Ulli Sima betont die Vorteile der natürlichen Abkühlung:„Begrünung zwischen den Schienen bringt viele Vorteile: Begrünte Gleise können Regenwasser aufnehmen und speichern. Durch die Verdunstung entsteht Kühlung, was speziell an heißen Sommertagen wichtig ist. Gleichzeitig schaffen die Wiener Linien weitere begrünte Flächen im dicht bebauten Gebiet und gestalten damit die Stadt und den öffentlichen Verkehr noch attraktiver“
Dieses Jahr entstehen insgesamt 600 Meter neue Grüngleise bei gleich mehreren Straßenbahnlinien. Bei der Verlängerung der Linie 18 wurde gerade erst ein 70 Meter langes Grüngleis im Bereich Ernst-Happel-Stadion gebaut. Grüngleise entstehen ebenso bei der Linie 1 in der Windtenstraße, sowie in der Pantucekgasse und Simmeringer Hauptstraße bei den Linien 11 und 71. Die Arbeiten haben bereits gestartet und werden bis Ende Oktober fertiggestellt.
Der Trend zu “Sedum”
Besonders eine Pflanzenart rückt bei den Planungen immer weiter in den Fokus der Verantwortlichen: Sedum. Diese robuste Gleisbegrünung wächst niedrig und bildet dichte Pflanzenteppiche. Das ist wichtig, weil Pflanzen im Gleis nicht zu hoch wachsen dürfen und mit schwierigen Bedingungen zurechtkommen müssen. Die Pflanzen können Wasser in ihren Blättern speichern und kommen dadurch besser durch trockene Phasen. Dennoch ist eine Begrünung nicht überall möglich.
Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien, erklärt die Strategie: „Wir prüfen bei allen Bim-Neubauprojekten und -Modernisierungen, ob ein Grüngleis möglich ist und wählen je nach Örtlichkeit und Rahmenbedingungen die richtige Ausführung. Egal ob Rasen oder Sedum: Wir forcieren Grüngleise, weil sie einen Beitrag zum Klima leisten und auch noch das Stadtbild aufwerten“
Voraussetzung ist ein eigener Gleiskörper ohne Autoverkehr. Bei einer regelmäßigen Befahrung durch Busse, Einsatzfahrzeuge oder Autos können die Grünpflanzen nicht gut gedeihen. Auch im Haltestellenbereich, bei Kreuzungen, Weichen und Unterführungen sind Grüngleise nicht sinnvoll.

