Ein bleibendes Denkmal für eine unvergessene Politikerin mitten in ihrem einstigen heimatbezirk: Der Gemeindebau NEU am Montecuccoliplatz in Hietzing trägt ab sofort den Namen von Sabine Oberhauser. Die feierliche Benennung würdigt das unermüdliche Wirken der ehemaligen Gesundheits- und Frauenministerin für soziale Gerechtigkeit und ein menschliches Miteinander.
Mit der Benennung des Gemeindebau NEU in Hietzing erinnert die Stadt Wien an eine außergewöhnliche Ärztin, Gewerkschafterin und Politikerin. Sabine Oberhauser, die 1963 als Sabine Schuh in Wien geboren wurde, war zeitlebens eng mit Hietzing verbunden, wo sie mit ihrer Familie lebte.
Nach ihrer Ausbildung zur Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde verband sie ihren medizinischen Alltag früh mit politischem Engagement. Sie stieg zur Vizepräsidentin des ÖGB auf, zog in den Nationalrat ein und übernahm schließlich 2014 das Amt der Gesundheitsministerin, ab 2016 zusätzlich das der Frauenministerin.
Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch fand bei der feierlichen Benennung bewegende Worte für die Verstorbene: „Sabine Oberhauser war eine außergewöhnliche Frau und Politikerin: klug, geradlinig, herzlich und immer ganz nah bei den Menschen. Sie hat sich mit großer sozialer Verantwortung und unglaublicher Energie für Menschen eingesetzt – als Ärztin ebenso wie als Gewerkschafterin, Abgeordnete und Ministerin. Auch mit ihrer schweren Erkrankung ging sie bemerkenswert offen und selbstbestimmt um und erfüllte ihre Aufgaben bis zuletzt mit beeindruckender Kraft und Zuversicht.“

Auch Bezirksvize Marcel Höckner strich die politische Tragweite ihres Schaffens heraus: „Mit der Benennung dieses Gemeindebaus nach Sabine Oberhauser würdigen wir eine außergewöhnliche Politikerin, engagierte Gewerkschafterin, Sozialdemokratin und leidenschaftliche Kämpferin für Gesundheit und Gleichstellung.” Weiters erinnerte er an eine besondere Leistung, die bis heute nachwirkt: “Ihr Einsatz für das Rauchverbot in der Gastronomie war ein Meilenstein des Gesundheitsschutzes und wirkt bis heute zum Wohl aller Österreicher.”
Hietzings Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl: „Diese Benennung ist ein starkes und schönes Zeichen. Sabine Oberhauser war eine beeindruckende Hietzinger Persönlichkeit, die sich mit großer Entschlossenheit für die Menschen und insbesondere für Gesundheit und Frauen eingesetzt hat. Es freut mich besonders, dass wir damit eine starke Frau aus Hietzing hier sichtbar machen und ihr Andenken in ihrem Heimatbezirk bewahren.“
Ein Ort des Zusammenhalts
Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann hob hervor, wie gut der Charakter des neuen Wohnbaus zu Oberhausers Lebensphilosophie passt: „Heute bekommt die Erinnerung an Sabine Oberhauser einen ganz besonderen Platz: mitten im Leben, mitten in Hietzing. Wo Menschen einziehen, Nachbarschaften entstehen und Kinder aufwachsen, wird auch ihre Geschichte weitergetragen. Ein Zuhause bedeutet mehr als vier Wände: Es bedeutet Sicherheit, Lebensqualität und das Gefühl, dazuzugehören. Und genau das passt zu Sabine Oberhauser. Sie hat sich immer dafür eingesetzt, dass Menschen gesehen werden, dass niemand allein bleibt und dass unser Zusammenleben ein menschliches bleibt. Ich bin mir sicher, dass dieser Ort auch ein Stück von dem weiterträgt, wofür Sabine gestanden ist.“
Diesen Gedanken griff auch Katharina Klement, interimistische Direktorin von Wiener Wohnen, auf: „Sabine Oberhauser hat sich mit bewundernswerter Konsequenz für die Menschen und für soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Ein Wiener Gemeindebau ist daher ein besonders passender Ort, um ihrer zu gedenken. Leistbares Wohnen gibt Menschen Sicherheit und schafft die Grundlage für ein gutes Leben – unabhängig von der Größe des Geldbörsels. Es freut mich sehr, dass dieser neue Gemeindebau in Hietzing nun ihren Namen trägt und die Erinnerung an Sabine Oberhauser hier einen dauerhaften Platz bekommt.“
Modernes und grünes Wohnen
Der Sabine-Oberhauser-Hof in der Opitzgasse 29A ist Teil des Programms „Gemeindebau NEU“ und wurde zwischen 2023 und 2025 auf einer bereits versiegelten Fläche errichtet. Das moderne Gebäude umfasst 62 barrierefreie Wohnungen auf sechs Geschoßen, die alle über Freiflächen wie Balkone, Loggien oder Eigengärten verfügen.
Neben der sozialen Nachhaltigkeit wurde großer Wert auf Ökologie und Nachbarschaft gelegt: Ein begrünter Innenhof, ein Gemeinschaftsdachgarten mit Urban-Gardening-Möglichkeiten sowie die Nutzung von Fernwärme und Photovoltaik zeichnen das Projekt aus.

