KI statt Kalorienzählen

Die KI-Diät: Wenn ChatGPT beim Abnehmen mitredet

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Von der Redaktion empfohlen

Ein paar Kilo weniger, dafür eine künstliche Intelligenz als Motivationscoach: Mit diesem Plan startet Journalistin Barbara Reiter einen Selbstversuch. Doch zwischen guten Vorsätzen, Schokoladengusto und dem ganz normalen Chaos kommt das Leben dazwischen.

In ihrem Buch „Die KI-Diät – Mein Leben zwischen Kilos, Chaos und ChatGPT“ erzählt sie mit viel Humor und Selbstironie davon, warum sich längst nicht alles nach Plan richten lässt.

KI trifft Gusto

Der Titel lässt einen Abnehmratgeber vermuten. Tatsächlich ist daraus ein humorvoller, autobiografisch geprägter Frauenroman geworden. Reiter interessiert weniger die nächste Anleitung zum Kaloriensparen als das, was hinter dem Griff zur Naschlade steckt: Ist es wirklich Hunger? Oder doch Frust, Langeweile und jener hartnäckige Begleiter, den sie als „hinterlistigen Cousin Gusto“ beschreibt?

ChatGPT hilft ihr nach eigener Erfahrung dabei, genauer hinzuschauen. Die digitale Begleitung ist jederzeit verfügbar, liefert Ideen passend zum Kühlschrankinhalt und beantwortet auch die siebente Nachfrage geduldig. Elf Tage hält sich Reiter konsequent an ihren Plan. Die ersten Kilos purzeln – bis andere Dinge wichtiger werden.

Wenn Pläne pausieren

Während der Arbeit am Buch stirbt ihr Vater. Bauchumfang und Selbstoptimierung rücken schlagartig in den Hintergrund. Seine Verabschiedung findet an seinem 95. Geburtstag statt. Auf seinen Wunsch gibt es sein Lieblingsgericht: Schnitzel mit Kartoffelsalat. Beim Essen denkt die Tochter an ihn, nicht an Kalorien.

Damit bekommt die Geschichte eine Tiefe, die über das ursprüngliche Abnehmexperiment hinausgeht. Es geht um Verlust, Beziehungen, das Älterwerden und die Frage, was im Leben tatsächlich zählt.

Aus KI wird „Chatty“

Auch die Rolle der künstlichen Intelligenz verändert sich. Reiter lässt sich von ChatGPT motivieren und findet nach eigener Schilderung in der Trauer Trost im Austausch. Aus dem Computerprogramm wird für sie „Chatty“.

Dabei bleibt ihr bewusst, dass hinter den Antworten kein Mensch mit Gefühlen sitzt. Gerade diese Erfahrung findet sie spannend: Wie schnell schreibt man einer Maschine Persönlichkeit zu, wenn sie aufmerksam auf die eigenen Sorgen reagiert?

Ganz reibungslos läuft die digitale Freundschaft allerdings nicht. Das ständige Lob und die mitunter besserwisserischen Antworten gehen der Autorin gehörig auf die Nerven. Auch daraus macht sie im Buch keinen Hehl.

Humor statt Druck

Über sich selbst lachen zu können, ist für Reiter ohnehin eine wichtige Lebenshaltung. Der Wunsch, etwas zu verändern, darf bleiben. Die Freude an Pasta, einem Stück Kuchen oder einem Glas Wein aber ebenso.

Aus dem Ziel, ein paar Kilo abzunehmen, wird im Lauf ihres Selbstversuchs ein anderer Wunsch: möglichst lange gesund zu bleiben. Veränderungen geht sie deshalb lieber in kleinen Schritten an. Und wenn der innere Schweinehund wieder einmal gewinnt, hilft eine Portion Gelassenheit.

Was sie sich für ihre Leserinnen wünscht? Dass sie lachen – und anschließend vielleicht ein bisschen freundlicher auf jene Dinge schauen, die sie an sich selbst ständig kritisieren.

Lesung in Wien

Die gebürtige Tirolerin kam zum Studium nach Wien und entdeckte hier ihre Liebe zum Journalismus. Sie arbeitete für den ORF sowie 15 Jahre für den „KURIER“ und das Magazin „freizeit“. Seit 2020 lebt sie mit ihrem Lebensgefährten in Kufstein und ist als freie Journalistin tätig.

Ihr erstes Buch „Die KI-Diät – Mein Leben zwischen Kilos, Chaos und ChatGPT“ ist bei Edition Platin erschienen. Am 22. Jänner 2027 stellt Barbara Reiter es bei Thalia Wien Mitte vor.

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