Erster Trans*-Pride Zebrastreifen in Wien

©Martin Votava

Wiener Bezirk Alsergrund präsentiert ersten Trans*-Pride Zebrastreifen als Zeichen gegen Diskriminierung der Trans*-Community. 

Im Winter 2020 wurde ein Antrag der SPÖ Alsergrund über die Anbringung eines Trans*-Pride Zebrastreifen von der Bezirksvertretung Alsergrund beschlossen. Pünktlich zum heutigen Transgender Day of Visibility wurde der Zebrastreifen von Bezirksvorsteherin Saya Ahmad, SPÖ-Bezirksrätin Dominique Mras und weiteren LGBTIQ-Aktivist*innen eröffnet.

Am Alsergrund leben wir Vielfalt und Solidarität. Deswegen freut es mich ganz besonders, dass wir gerade am heutigen Internationalen Transgender Day of Visibilty als ein Zeichen des Respekts, der Akzeptanz und vor allem der Sichtbarkeit den ersten Trans*-Pride Zebrastreifen im Neunten anbringen. Damit ist uns ein sichtbares Zeichen gegen Diskriminierung gelungen. Das ist einzigartig, nicht nur in Wien, sondern in ganz Österreich!“, freut sich Bezirksvorsteherin Ahmad.

Die Bezirksrätin und SoHo Aktivistin Dominique Mras, die den Antrag eingebracht hat, hält dazu fest: „Immer noch erleben Trans*, Inter und nicht binäre Menschen massive Diskriminierung sowie Ausgrenzung in ihrem Leben. Repräsentation und Sichtbarkeit sind in der Politik ein zentraler Aspekt um auf Missstände aufmerksam zu machen. Mit dem Trans*-Pride Zebrastreifen konnten wir ein Zeichen des Miteinanders setzen und darauf hinweisen, dass Ausgrenzung, Hass und Gewalt gegen marginalisierte Gruppen keinen Platz bei uns haben!“

Auch SoHo Wien Vorsitzende Tatjana Gabrielli betont, wie wichtig Sichtbarkeit im Kampf gegen Diskriminierung ist: „Noch immer gehören Ausgrenzung, Gewalt und Pathologierung zum Alltag vieler Transpersonen. Immer wieder werden bei rechtlichen Verbesserungen diskriminierende Hürden eingebaut wie etwa der Kickl-Erlasses und der darauf folgende schwarz-grüne Nehammer-Erlass, die beide gegen die freien Personenstandswahl sind. Für uns ist klar: Jeder Mensch muss in dem Geschlecht anerkannt werden, indem er lebt – egal ob männlich, weiblich oder in einem alternativen Geschlechtseintrag!

Noch immer hängen Änderungen des Geschlechtseintrages von medizinischen Gutachten und nicht von der Lebensrealität von Betroffenen ab. Die Aufgabe der Politik sei es, für ein selbstbestimmtes Leben für alle Menschen zu sorgen – unabhängig von der Geschlechtsidentität, sind sich die Bezirksvorsteherin Ahmad und Bezirksrätin Mras einig.

©Martin Votava