Exklusiv: Peter Rapp über seinen 80. Geburtstag

©Ludwig Schedl

Peter Rapp über seinen Runden, der zwei freudige Überraschungen brachte. Warum er mit dem 80. Geburtstag in guter Gesellschaft ist, was das eigentlich mit „Fredo“ zu tun hat und worauf er im Alltag aufpassen muss.

Anlässlich meines 80. Geburtstages haben mich vor allem zwei Rückblicke beeindruckt. Erstens: Mein Freund und Kolumnenbruder Dieter Chmelar hat sich gewissenhaft auf ein Interview vorbereitet und dabei Ereignisse und „Sager“ meines Lebens zusammengetragen. Mir hat dabei gutgetan, dass ich Ansichten, die ich vor 40 und mehr Jahren ausgedrückt und vertreten habe, auch heute noch genauso sage und vertrete. So kann man Vertrauen zu sich selber gewinnen.

Peinlich

Zweitens hat mich Fernseh-Kollege und Freund -Johannes Hoppe überrascht. Er hat sich für die 90-Minuten-ORF-Sendung „Als wäre es gestern gewesen“ am Samstag, 10. Februar, um 22 Uhr, tagelang durch das Archiv gearbeitet und aus 7.000 Sendungen die Momente ausgewählt, die ihm des Zeigens wert schienen. Da muss ich ehrlich gestehen: Vieles ist mir heute ein wenig peinlich und würde ich anders oder gar nicht mehr so machen. Bis auf eine Rede, die ich als -„Bundespräsident“ in Ö3 gehalten habe und die am Ende meiner 80er-Sendung noch einmal ausgestrahlt wird. Es war eine Idee von Ö3, als zum Nationalfeiertag 2016 kein Präsident im Amt war, einige Promis zu bitten, eine improvisierte Rede zu halten. Meine gelang mir richtig gut. Am nächsten Tag rief mich ein Kollege des Hitradios an und bat mich um eine Stellungnahme, weil die positiven Reaktionen der Hörer „durch die Decke gingen“. Auf diese Rede bin ich daher doch ein klein wenig stolz.

Rückblickend

Zurück zu meinem g’sunden Runden: Seit ich die 80 erreicht habe, sehe ich mich ein wenig um, in welcher Gesellschaft ich mich befinde. Und ich muss sagen: in guter. Die hinreißende Cornelia Froboess, einst Kinderstar und Schlagersängerin, wird heuer im Oktober auch 80. Der ewige Schlagerstar Peter Kraus, der nach eigenen Angaben täglich auf den See rudern geht, wird im März 85. Die stimmgewaltige Caterina Valente ist im Jänner 93 geworden. Und der große, unvergessene Freddy Quinn wird im September 92. Da wäre also noch einiges drin.

Solange mein Hund Fredo noch lebte, waren meine Chancen, ein hohes Alter zu erreichen, besser. Zweimal am Tag ging ich in der Au an der Donau spazieren. Als Fredo starb, hatte ich nicht den Mut, wieder die Verantwortung für einen Hund zu übernehmen. Etwa ein Jahr lang ging ich auch ohne den Vierbeiner spazieren. Dann hab ich plötzlich damit aufgehört und konnte direkt spüren, wie ich allmählich schwächer wurde.

Gelassen

Heute sehe ich jeden Tag als eine neue Herausforderung. Die einfachsten Dinge, wie etwa das Hose-An- und -Ausziehen, werden zu kleinen, mitunter gefährlichen Kunststücken. Deshalb: Be- und Entkleiden nur mehr im Sitzen. Habe ich gelernt, nachdem ich zweimal gestürzt bin und leicht verletzt war. Auch das Ein- und Aussteigen aus der Badewanne hat seine Tücken. Deshalb gibt es jetzt bei mir eine Dusche mit einem Sitz. 

Zusammengenommen: Mit etwas Vorsicht wären wohl noch ein paar lustige Jährchen drin. Ganz zur Freude meiner Kinder.

Herzlich willkommen hießen die vier WBB-Männer die Gäste bei der Kriminacht im Cafe Kreuzberg: Dieter Chmelar, Thomas Strachota, Peter Rapp und Hans Steiner (v.l., Bild: Berger).
Chefredakteur