BirdLife Österreich

Flussuferläufer ist Österreichs Vogel des Jahres 2027

Advertorial

Von der Redaktion empfohlen

Der Flussuferläufer wurde für das Jahr 2027 zum Vogel des Jahres gewählt, da sein Bestand in Österreich gefährdet ist. Die Auszeichnung soll mehr Bewusstsein für den bedrohten Lebensraum des Uferbrüters schaffen.

Die alljährliche Kür zum Vogel des Jahres wird seit dem Jahr 2000 von der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich ausgerufen. Diese Aktion soll gezielt auf die Gefährdung der Tierart und ihrer Lebensräume aufmerksam machen. Der Flussuferläufer ist zwar noch in den meisten Bundesländern zu finden, kann aber nur noch an wenigen Stellen beobachtet werden.

„Dass der Flussuferläufer ein Sorgenkind ist, zeigt die Einstufung als „gelbe Art“ auf der Österreichischen Ampelliste für den Vogelschutz. Aufgrund seiner Gefährdung und der rückläufigen Bestandsentwicklung besteht eine hohe Priorität für seinen Schutz und entsprechende Maßnahmen“, erklärt Dr. Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. Er betont zudem: „Helfen wir dem Flussuferläufer, helfen wir auch anderen bedrohten Arten und nicht zuletzt uns selbst“. Naturnahe Flusslandschaften dienen nämlich als Wasserspeicher, reduzieren die Abflussgeschwindigkeit und sichern das Grundwasser, was wichtig für den Hochwasserschutz und die Wasserversorgung ist.

Störungen durch Freizeitaktivitäten

Der Flussuferläufer lebt an natürlichen, kies- und sandreichen Ufern größerer Fließgewässer wie Rhein, Lech, Inn, Enns, Donau, March, Drau und Mur. Er brütet auf dem Boden und baut sein Nest auf Schotterbänken mit schütterer Vegetation. In den letzten Jahrzehnten ist er in Wien und im Burgenland, wo er ursprünglich ein Brutvogel war, komplett verschwunden. Durch weitläufige Flussregulierungen im 20. und 21. Jahrhundert sind diese dynamischen Lebensräume vielerorts verloren gegangen.

Zusätzlich wird der verbliebene Brutlebensraum durch den Freizeitdruck von Badegästen und Wassersportler:innen stark belastet. Die Vögel werden oft unbemerkt von den Nestern vertrieben, was zur Aufgabe der Brut führt. Wegen der perfekten Tarnung besteht zudem die Gefahr, dass Eier oder Jungvögel zertrampelt werden. „Oft passiert das ganz unbewusst und ohne böse Absicht. Deshalb braucht es entsprechende Bewusstseinsbildung, um Menschen für die Bedürfnisse des Flussuferläufers zu sensibilisieren“, stellt Wichmann klar.

Maßnahmen zum Schutz

Um dem Flussuferläufer wirksam zu helfen, müssen naturnahe Flusslandschaften erhalten und durch Renaturierung wiederhergestellt werden. Flüsse benötigen genügend Raum für natürliche Umlagerungsprozesse, damit sich die erforderlichen Kies- und Schotterbänke bilden können. Große Chancen für die langfristige Sicherung dieser Bereiche bietet eine umsichtige Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung.

Darüber hinaus müssen die Nistplätze während der Brutzeit von April bis Juli vor Störungen durch Menschen und Hunde geschützt werden. In dieser Phase ist es wichtig, auf ausgewiesenen Wegen zu bleiben und Schotterbänke nicht zu betreten. Wenn aufgeregte Altvögel zu sehen oder zu hören sind, deutet das auf ein Brutpaar hin; in diesem Fall sollte der Ort rasch verlassen werden.

- Anzeige -
- Anzeige -

Neueste Beiträge

Meistgelesen