Tiergarten Schönbrunn

Was für eine Familie: Sie brütet, er baut und klaut

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Eine neue Studie aus dem Tiergarten Schönbrunn und der Universität Wien liefert erstmals detaillierte Einblicke in das Brutverhalten bedrohter Felsenpinguine in menschlicher Obhut.

Die Untersuchung der Universität Wien und des Tiergartens Schönbrunn beleuchtet das spezifische Verhalten von Nördlichen Felsenpinguinen während der Aufzucht. Innerhalb der Pinguin-Paare zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während des dreimonatigen Beobachtungszeitraums der Brutsaison 2024 filmte das Forschungsteam 13 Felsenpinguin-Paare für eine anschließende statistische Datenauswertung. Dabei fiel auf, dass die Weibchen die Hauptarbeit beim Brüten leisteten.

Die Männchen hingegen konzentrierten sich intensiv auf das Herbeischaffen von Nistmaterial. Erstautorin Lisa Macdonald, MSc, vom Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie erklärt: „Die Weibchen übernahmen einen größeren Anteil am Bebrüten der Eier, während die Männchen deutlich mehr Zeit in den Nestbau investierten“. Die Männchen stahlen dabei öfter Nistmaterial und begannen häufiger körperliche Auseinandersetzungen.

Gemeinsame Fürsorge und Artenschutz im Zoo

Nach dem Schlupf zeigten die Väter jedoch eine sanftere Seite. Beide Geschlechter beteiligten sich gleichermaßen am Wärmen der Küken, ohne dass ein eindeutiger Unterschied messbar war. Zudem verbrachten Paare mit Schlupferfolg statistisch mehr Zeit in der Nähe voneinander. „Die Ergebnisse zeigen, dass Weibchen und Männchen während der Brut unterschiedliche, sich ergänzende Aufgaben übernehmen. Ob die Paare diese Aufgaben tatsächlich miteinander koordinieren, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.“, so Macdonald.

Da Nördliche Felsenpinguine laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) stark gefährdet sind, ist die Forschung in Zoos essenziell. Der Tiergarten Schönbrunn koordiniert seit 2015 das Europäische Erhaltungszuchtprogramm und führt das internationale Zuchtbuch für die weltweit größte Kolonie in Zoos. Die erfolgreiche Nachzucht sichert eine Reservepopulation und ermöglicht diese wissenschaftliche Arbeit erst.

Rasmus Praefke, MSc, betont den Wert dieser Bedingungen: „In der Wildbahn wäre es aufgrund des abgelegenen Verbreitungsgebiets und der großen Kolonien kaum möglich, so gute Daten zu einzelnen Paaren zu sammeln. Dass der Tiergarten diese Art so erfolgreich nachzüchtet, war für uns daher eine tolle Chance, das Brutverhalten über eine gesamte Saison hinweg genau zu untersuchen“. Auch Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck hebt hervor: „Wissenschaftlich geführte Zoos leisten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung bedrohter Tierarten. Studien wie diese helfen uns, ihre Biologie besser zu verstehen und daraus Erkenntnisse für den Schutz ihrer wildlebenden Artgenossen zu gewinnen.“

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