Der Junior ist nicht mehr! „Schluss, aus, Ende“, stand auf Edi Fingers Partezettel. Mit dem Schlusspfiff hinter seinem Leben endete eine Sportjournalisten-Ära, in der Kollegen keine Gegner, sondern Freunde waren. „Den Robert Sommer mag ich“, meinte der unvergessene Senior Edi I. Anfang der Achtzigerjahre zu seinem Sohn. „Der gehört zur Familie.“ Damals war dieses Wort noch nicht durch irgendwelche Chats belastet, es kam vielmehr einem Ritterschlag gleich. Wir unterstützten einander einfach. So half auch ich dem Junior immer wieder medial – etwa bei seinen Veranstaltungen wie „Una Notte Sportiva“ oder dem „Filmball“, bei dem ich neben Omar Sharif saß. „Eigentlich besuche ich ja solche Events gar nicht mehr“, meinte der große ägyptische Schauspieler, „aber der Edi hat so nett gefragt. Dem kann man gar nichts abschlagen.“ Der Star aus „Lawrence von Arabien“ verbeugte sich vor dem König des Charmes: Finger war der typische Wiener, der seine Stadt und die Menschen ins Herz geschlossen hat. Daher waren auch seine Glossen im WIENER BEZIRKSBLATT so beliebt. In den letzten Jahren konnte er nicht verstehen, dass dieses Miteinander plötzlich als sittenlose „Verhaberung“ verpönt war. Der jähe Tod ersparte ihm ein Leben, wie er es nicht mehr wollte.