Schüttattacke: Klimaschüttler attackieren Klimt-Gemälde

(C) Letzte Generation

Das Leopold Museum wurde kurz nach 11 Uhr Ziel einer Attacke der „Letzten Generation“. Zwei Aktivisten beschütteten Gustav Klimts Meisterwerk Tod und Leben (1910/11, umgearbeitet 1912/13 und 1915/16) mit schwarzer Farbe und einer der beiden Personen klebte sich an das vorgeblendete Glas des Gemäldes.

Schaden erheblich

Nach der ersten Bestandsaufnahme in Anwesenheit des Teams der Restaurierung konnte Entwarnung hinsichtlich eines Schadens am Kunstwerk und am Originalrahmen von Josef Hoffmann gegeben werden. Der Schaden am Glas und an der Sicherheitsrahmung sowie an Wand und Boden ist evident und erheblich. Polizei und ein Sanitätsdienst waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort und haben die Personalien der Aktivisten aufgenommen.

Die Anliegen von Klimaaktivist*innen wie jenen der „Letzten Generation“ sind berechtigt, aber der Angriff auf Kunstwerke ist definitiv der falsche Weg um das angepeilte Ziel, die Verhinderung des prognostizierten Klimakollaps, zu verhindern. Museen sind bewahrende Institutionen und in diesem Sinne geradezu ein Paradebeispiel für Nachhaltigkeit. Kunst stiftet Identität; das Bewahren, Restaurieren, Dokumentieren und Präsentieren für eine kunstinteressierte Öffentlichkeit gehört zu den essentiellen Aufgaben musealer Institutionen, die wir mit Leidenschaft wahrnehmen. Museen sind Orte der Begegnung und des Diskurses um das kulturelle Erbe zu vermitteln und es für die nächsten Generationen zu sichern.

(C) Leopold Museum / Manfred Thumberger: „Tod und Leben“ wurde von Gutav Klimt 1910 geschaffen.

Hans-Peter Wipplinger appelliert an die Aktivisten der „Letzten Generation“ andere Wege der Wahrnehmung dieser klimakritischen Menschheitsherausforderung zu finden, die auch eine breite Öffentlichkeit von den berechtigten Anliegen nicht abschreckt, sondern sie zu Mitstreiter werden lässt.