Es ist amtlich

Ilse Fitzbauer neue PVÖ-Wien-Chefin: Sie hat noch viel vor

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Seit gestern Abend ist es amtlich: Ilse Fitzbauer übernimmt den Wiener Pensionistenverband von Harry Kopietz.

Wien wird älter. Die Frage ist, wie die Stadt damit umgeht – und wer darüber mitentscheidet. Für Ilse Fitzbauer ist die Antwort klar: Die ältere Generation gehört mitten in die Debatte. Mit ihren Erfahrungen, ihren Ideen und ihren durchaus unterschiedlichen Vorstellungen von einem guten Leben.

Einstimmige Wahl

Bei der Landeskonferenz am 2. November im Rathaus wurde Fitzbauer einstimmig zur Landespräsidentin des Wiener Pensionistenverbands gewählt. Sie folgt auf den langjährigen Präsidenten Harry Kopietz. Für den PVÖ Wien hat sie sich einiges vorgenommen: mehr Beteiligung, neue Themen und eine Interessenvertretung, die ältere Menschen hörbar und sichtbar macht. Besonders auch ältere Frauen.

„Ich bin keine Verwalterin. Ich möchte den PVÖ weiterentwickeln, neue Themen setzen und dafür sorgen, dass ältere Menschen gehört und gesehen werden“, sagt Fitzbauer. „Die Generation 60plus verfügt über Erfahrung, Wissen und Kompetenz – und sie hat noch viel vor.“

Erfahrung trifft Veränderungslust

Fitzbauer kennt verschiedene Welten. 35 Jahre war sie in der Privatwirtschaft tätig, unter anderem in verantwortlichen und leitenden Funktionen bei IBM Österreich. Dazu kommen 25 Jahre politische Erfahrung in Floridsdorf und Wien. Von 2020 bis 2025 gehörte sie dem Wiener Landtag und dem Gemeinderat an. Sie engagiert sich im Pensionistenverband und ist Vizepräsidentin sowie Finanzvorständin des Kuratoriums Fortuna.

Diese Erfahrungen will sie nun zusammenführen. Denn beim Älterwerden greifen Arbeitswelt, soziale Absicherung, Wohnen und politische Mitsprache ineinander. Was heute im Berufsleben passiert, prägt oft Jahrzehnte später noch den Alltag.

Öfter mitreden als am Wahltag

Wer in Pension geht, gibt seine politische Stimme nicht an der Garderobe ab. Trotzdem fehlen häufig Gelegenheiten, Erfahrungen und Anliegen direkt einzubringen. Fitzbauer will das ändern.

„Alle fünf Jahre einmal wählen zu gehen, ist auch für die Generation 60plus zu wenig. Ältere Menschen wollen sich einbringen, mitreden und mitgestalten.“

Gemeinsam mit dem PVÖ will sie deshalb die Idee eines Wiener Senior:innenparlaments und weitere neue Beteiligungsformate vorantreiben. Dahinter steht ein demokratischer Anspruch: Das Wissen älterer Menschen soll stärker in politische Entscheidungen einfließen. Eine Stadt, die über Mobilität, Digitalisierung oder Pflege diskutiert, braucht auch die Sichtweise der Älteren auf diese Themen.

Pension beginnt lange davor

Besonders deutlich wird Fitzbauer beim Thema Alterssicherung. Der jährliche Equal Pension Day macht auf die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Für sie ist das ein wichtiger Anlass – die Arbeit an Lösungen muss allerdings viel früher beginnen.

„Die Höhe der Pension wird wesentlich durch das Erwerbsleben bestimmt. Deshalb müssen wir über Einkommen, Teilzeit, Kinderbetreuung und unterschiedliche Erwerbsbiografien sprechen – lange bevor jemand vor dem Pensionsantritt steht.“

Unter dem Titel „Plan your future“ will sie deshalb auch jüngere Generationen erreichen. Gemeinsam mit Wirtschaft, Interessenvertretungen und Politik möchte sie konkrete Verbesserungen anstoßen. Ältere Frauen stärker sichtbar zu machen, bedeutet für sie damit auch, jene Bedingungen zu thematisieren, die ihre finanzielle Situation im Alter prägen.

Gemeinschaft hat Zukunft

Bei allen neuen politischen Vorhaben bleibt etwas zentral, das den Pensionistenverband seit Jahren ausmacht: gemeinsam unterwegs sein. Reisen, Ausflüge, Begegnungen und die Freude daran, etwas zum ersten Mal zu erleben.

„Gemeinsam statt einsam ist für uns kein Schlagwort“, sagt Fitzbauer. „Wir wollen Menschen zusammenbringen, neugierig halten und ihnen die Möglichkeit geben, auch im Alter Neues zu entdecken und gemeinsam schöne Erfahrungen zu machen.“

Darin steckt auch ein Verständnis von Lebensqualität: Menschen brauchen Orte, an denen sie dazugehören, Kontakte knüpfen und ihren Alltag mit anderen teilen können.

Eine Anlaufstelle mit Ideen

Der PVÖ Wien soll zugleich seine Rolle als Informationsdrehscheibe ausbauen. Fragen zum Pensionsantritt, zu Gesundheit, sozialen Anliegen oder rechtlichen Themen rund ums Älterwerden brauchen verständliche Antworten und verlässliche Orientierung.

Daneben will Fitzbauer Raum für neue Ideen schaffen. Projektgruppen und Experten sollen sich mit Digitalisierung und Bildung, Gesundheit und Pflege, Klima und Mobilität beschäftigen. Auch der Austausch mit jüngeren Generationen soll intensiver werden. Der Verband als Think-Tank: nah am Alltag und offen für die Frage, was sich verändern muss.

Fitzbauers Maßstab ist dabei das gute Älterwerden. Dazu gehören Selbstbestimmung, Neugier und die Möglichkeit, weiter etwas zu bewegen. Oder, wie sie es formuliert: „Es bedeutet weiterhin aufzustehen, die Stimme zu erheben, mitzureden und Lebensqualität zu gestalten – für sich selbst und für die Generationen, die nach uns kommen.“

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