Studie zeigt: So wichtig ist uns das Weihnachtsgeld

Die Studie wurde von Barbara Teiber (l.) und Eva Zeglovits (IFES) präsentiert © Berger

Groß war die Aufregung, als eine Partei kürzlich die Abschaffung des sogenannten „Weihnachtsgeldes“ forderte. Wie es der Zufall will, gab die Gewerkschaft GPA bereits davor eine Studie in Auftrag, die die Bedeutung des 14. Gehalts für die Österreicher erhob. 

Für viele Beschäftigte sind die Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) so selbstverständlich wie die jährliche Gehaltserhöhung. Manche glauben sogar, darauf gebe es einen gesetzlichen Anspruch. Das ist allerdings ein Irrtum. Das Weihnachts- wie auch das Urlaubsgeld wurden von den Gewerkschaften erkämpft und in den Kollektivverträgen verankert. „Gerade in Zeiten der Teuerungskrise stellen diese Sonderzahlungen einen unverzichtbaren Bestandteil der finanziellen Planung dar“, so die Vorsitzende der GPA, Barbara Teiber.

Eine wichtige Finanzhilfe

Ein Großteil der Arbeitnehmer im Land erhält in Kürze das so genannte Weihnachtsgeld. Eine von der Gewerkschaft GPA in Auftrag gegebene Befragung des Meinungsforschungsinstitutes IFES untersucht dessen aktuelle Bedeutung vor dem Hintergrund der Teuerungskrise.

Die Studie im Detail

Bedeutung für die Finanzplanung

61% können auf das Weihnachtsgeld nicht verzichten © IFES

Für 61 % der Befragten stellt das Weihnachtsgeld einen unverzichtbaren Bestandteil der finanziellen Planung des Haushaltes dar. Bei Bezieher niedriger Einkommen liegt der Wert bei 69 %. Für 37 % ist es ein erfreuliches Zubrot.

Verwendungszweck des Weihnachtsgeldes

Bereits jeder fünfte Arbeitnehmer benötigt es zum Abdecken von Schulden © IFES

Die Verwendung für Weihnachtsgeschenke steht für knapp die Hälfte der Befragten (49 %) im Vordergrund. 41 % verwenden es für spätere Anschaffungen und für Altersversorgung. Schon 32 % brauchen das Weihnachtsgeld auch für die Bestreitung alltäglicher Ausgaben und bereits jede/r fünfte Arbeitnehmer:in verwendet die Sonderzahlung zum Abdecken von Schulden und Kontoüberziehungen.

Abschaffung des Weihnachtsgeldes?

Nur 4% wollen eine Aufteilung auf 12 Monate © IFES

Für den Großteil der Befragten hätte eine Abschaffung des Weihnachtsgeldes gravierende Auswirkungen auf die finanzielle Situation ihres Haushaltes. 36 % sehen sehr gravierende Auswirkungen, besonders für Haushalte mit niedrigem Einkommen und Familien mit Schulkindern.

Eine deutliche Mehrheit von 61 % spricht sich für die Beibehaltung der bisherigen Ausbezahlung gegen Jahresende aus. Eine Aufteilung auf 12 Monatsraten wollen nur 4 % der Befragten.

29 % glauben an einen gesetzlichen Anspruch

29 % der Befragten, glauben, dass das Weihnachtsgeld aufgrund eines Bundesgesetzes ausbezahlt wird. 55 % sehen darin eine Zahlung aufgrund eines Kollektivvertrages zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Der Vergleich mit einer IFES-Befragung aus dem Jahr 2011 zeigt, dass das Wissen über die Sonderzahlungen zugenommen hat. Im Jahr 2011 glaubten noch 40 % an eine gesetzlich gesicherte Zahlung.

Aktionswoche bis 1. Dezember

Das Wissen der Arbeitnehmer über die rechtliche Basis der Sonderzahlungen hat sich zwar verbessert, dennoch wissen immer noch zu viele nicht Bescheid. Deshalb wird die Gewerkschaft GPA noch bis 1. Dezember in ganz Österreich in vielen Betrieben gemeinsam mit Betriebsräten präsent sein, um die Beschäftigten über die Bedeutung und Hintergründe des Weihnachtsgeldes zu informieren.

„Es geht darum, den Beschäftigten in Erinnerung zu rufen, dass das 13. und 14. Gehalt nicht vom Himmel gefallen sind, sondern in harten Auseinandersetzungen von starken Gewerkschaften erkämpft wurden. Es geht auch um die grundsätzliche Bedeutung kollektivvertraglicher Lohn- und Gehaltspolitik“, erklärt die Vorsitzende der GPA, Barbara Teiber.

Die gesamte Studie findet man unter www.gpa.at

Alles über das Weihnachtsgeld gibt es unter gpa.at/weihnachtsgeld