Die bewusste Beobachtung der heimischen Vogelwelt am Futterhäuschen reduziert nachweislich Stress. BirdLife Österreich gibt wertvolle Tipps zur richtigen Fütterung und lädt im Jänner zur großen Wintervogelzählung ein.
Jetzt beginnt die ideale Zeit, sich der wohltuenden Vogelbeobachtung zu widmen. Studien zeigen, dass das bewusste Wahrnehmen von Vögeln Stress reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden steigern kann. Besonders gut lässt sich die heimische Vogelwelt am winterlichen Futterhäuschen entdecken, wo sich Meisen, Spatzen, Finken und Co. aus nächster Nähe bestaunen lassen.
Für alle, die dieses bunte Treiben genießen möchten, verrät BirdLife Österreich, wie die Winterfütterung gelingt. Das Wissen über die Vorlieben der gefiederten Gäste und eine nachhaltige Unterstützung im Garten bereiten optimal auf die kommende „Stunde der Wintervögel“ vor. Diese größte Vogelzählaktion Österreichs wird von 8. bis 10. Jänner 2027 stattfinden.
Abwechslungsreiches Menü anbieten
Um von der Amsel bis zum Zaunkönig eine große Vielfalt anzulocken, braucht es ein durchdachtes Nahrungsangebot. Kohl- und Blaumeisen bevorzugen Sonnenblumenkerne und Meisenknödel, während Spatzen gehackte Nüsse und geschälte Sonnenblumenkerne wählen. Spechte mögen ganze Nüsse. Amseln und Rotkehlchen nehmen als Weichfutterfresser gerne Obst, Beeren und bröseliges Fettfutter an. „Je vielfältiger das Futterangebot, desto bunter ist die Vogelschar, natürlich immer in Abhängigkeit von der Lebensraumqualität in der Umgebung“, weiß Evelyn Hofer von BirdLife Österreich.
Für die Sicherheit müssen Futterhäuschen mit Silofunktion oder Futtersäulen verwendet werden, damit keine Krankheiten durch Kot übertragen werden. Speisereste, Brot oder gesalzenes Fett sind absolut tabu. Das Futter muss trocken und kühl lagern. Der Standort benötigt nahe Büsche oder Bäume als Versteck, muss aber eine gute Rundumsicht bieten, damit Fressfeinde wie Sperber oder Katzen rechtzeitig entdeckt werden.
Alle Ratschläge sowie eine Futtertabelle bietet die kostenfreie Broschüre „Gefiederte Gäste am Futterhaus“, bestellbar unter buero@birdlife.at
Zählzeit im Jänner
Die Winterfütterung stellt jedoch immer nur eine Ergänzung dar. „Jede Vogelfütterung kann nur eine Zusatzfütterung sein“, stellt Hofer ergänzend klar. Die Tiere decken ihren Bedarf überwiegend aus natürlichen Quellen wie Insekten, Samen oder Früchten. Der Herbst eignet sich optimal, um das Angebot auf Gärten und Balkonen zu erhöhen. „Es hilft schon, verblühte Stauden den Winter über stehen zu lassen und das Laub unter Büschen oder in einer Ecke im Garten liegen zu lassen. Zusätzlich können Sie jetzt mit dem Pflanzen heimischer Gehölze nachhaltig für Verstecke und natürliche Futterquellen in den nächsten Jahren sorgen“, fasst Hofer zusammen.
Vom 8. bis 10. Jänner 2027 folgt schließlich die 18. „Stunde der Wintervögel“. Bei diesem Citizen-Science-Projekt zählt man eine Stunde lang im Garten, im Park oder vom Balkon aus die Vögel und meldet die Höchstzahlen. Die Ergebnisse dienen der wissenschaftlichen Erforschung. Unter allen Einsendungen werden Preise verlost.
Weitere Details sind unter www.birdlife.at/stunde-der-wintervoegel zu finden.

