Die ÖBB haben den offiziellen Startschuss für den Ausbau der Verbindungsbahn gegeben. Satte 511,5 Millionen Euro fließen in eine der wichtigsten West-Ost-Achsen der Bundeshauptstadt. Fahrgäste dürfen sich auf den ersehnten 15-Minuten-Takt freuen – doch das Projekt fordert der Stadt und vor allem dem 13. Bezirk eine Geduldsprobe bis ins Jahr 2036 ab.
Heute fiel in Hietzing der Startschuss für die Hauptbauarbeiten an einem Infrastrukturprojekt der Superlative. Bundesminister Peter Hanke, Mobilitätsstadträtin Ulli Sima und ÖBB-CEO Andreas Matthä gaben gemeinsam das Signal für den Baubeginn der Verbindungsbahn. Nach Fertigstellung sollen rund 20.000 zusätzliche Fahrgäste täglich von der neuen West-Ost-Achse profitieren. Kernstück ist die S80, die künftig doppelt so oft wie bisher verkehren wird. Zwei brandneue Haltestellen (Hietzinger Hauptstraße und Stranzenbergbrücke) sowie eine modernisierte Station Wien Speising sollen das Angebot auf ein neues Level heben.

Die Spitzenpolitik spart nicht mit großen Worten. Bundesminister Peter Hanke betonte die Bedeutung des Projekts für die Verkehrswende und die wachsende Ostregion: „Die Verbindungsbahn ist ein zentraler Baustein für ein leistungsfähiges und klimafreundliches Mobilitätsangebot in Wien. Mit diesem Ausbau schaffen wir mehr Kapazität auf der Schiene, bessere Verbindungen und ein attraktiveres Angebot für die Fahrgäste. Der Bund investiert dort, wo öffentliche Mobilität jeden Tag gebraucht wird.“
Spürbare Verbesserungen versprochen
Neben dem massiven Ausbau des Bahnverkehrs versprechen sich die Verantwortlichen von dem Großprojekt auch Verbesserungen für das direkte Umfeld der Strecke. Auf einer Länge von fünf Kilometern wird die Bahntrasse modernisiert. Der größte Befreiungsschlag für den alltäglichen Verkehr: Sechs lästige Eisenbahnkreuzungen werden komplett aufgelassen und durch sichere, barrierefreie Unterführungen ersetzt. Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger müssen somit künftig nicht mehr vor geschlossenen Schranken warten. Neue Radwege und mehr Grünraum sollen das Viertel zusätzlich aufwerten.
Nach einem wahren Marathon durch die Instanzen zeigt sich die Stadtpolitik sichtlich erleichtert. Mobilitätsstadträtin Ulli Sima unterstrich die große Bedeutung des Projekts für die Stadt Wien: „Nach einem fünfjährigen Behördenverfahren, davon über 3,5 Jahre im Rechtsmittelverfahren, können wir heute endlich mit dem Bau beginnen. Die Verbindungsbahn brings mehr Kapazität, eine Entlastung bestehender Öffi-Linien und eine attraktive West-Ost-Verbindung quer durch die Stadt. Gleichzeitig schaffen wir entlang der Strecke neue Radwege, mehr Grünraum und sichere Querungen für Fußgänger und Radfahrer.“
Auch für das gesamte österreichische Schienennetz markiert dieser Tag einen Meilenstein. ÖBB-CEO Andreas Matthä zeigte sich erfreut über den Start der Bauarbeiten: „Heute ist ein bedeutender Tag für die Mobilität in Wien und der gesamten Ostregion. Die Verbindungsbahn ist weit mehr als ein Infrastrukturprojekt. Sie ist ein Schlüsselprojekt für das gesamte Bahnsystem über die Bundeshauptstadt hinaus. Denn mit ihr verknüpfen wir die West- und Südstrecke noch besser miteinander, schaffen dringend benötigte Kapazitäten für den Nahverkehr und machen das Bahnnetz insgesamt leistungsfähiger, robuster und zukunftsfit.“
Drei Bauabschnitte und eine Infobox
Die gewaltige Transformation hat allerdings ihren Preis – vor allem in Form von Zeit. Die Arbeiten werden schrittweise in drei großen Bauabschnitten realisiert und erstrecken sich über das nächste Jahrzehnt bis zum Jahr 2036.

Um die Nerven der Anrainer zu schonen und die Belastungen so gering wie möglich zu halten, starten die ÖBB eine großangelegte Informationsoffensive. Neben Ausstellungen und Informationsveranstaltungen wird in der Speisinger Straße 3 (vis a vis des Restaurants “Waldtzeile”)eine eigene neue „Infobox“ eingerichtet. Dort können sich Bürger aus erster Hand transparent über die aktuellen Baufortschritte und temporäre Änderungen informieren.
Das Projekt auf einen Blick:
- Investitionsvolumen: rund 511,5 Mio. Euro
- Streckenlänge: 5 Kilometer
- Bauzeit: 2026 bis 2036
- Neue Infrastruktur: Zwei neue Haltestellen sowie die Modernisierung der Station Wien Speising
- Der Takt-Ausbau: 15-Minuten-Takt der S80 nach Projektabschluss (Verdoppelung des Angebots)
- Passagier-Plus: Rund 20.000 zusätzliche Ein- und Aussteiger pro Tag
- Verkehrsfluss: Auflassung von sechs Eisenbahnkreuzungen und Errichtung barrierefreier Unterführungen

