Hinschauen, aufdecken und Kindern eine Stimme geben: Der Plan Medienpreis für Kinderrechte 2026 würdigt journalistische Beiträge, die Missstände sichtbar machen.
Der erste Preis geht an eine investigative Recherche im „Falter“.
Kinderrechte im Fokus
Kinder haben ein Recht auf Schutz, Sicherheit und Unterstützung. Dass die Realität oft anders aussieht, zeigen die ausgezeichneten Arbeiten beim diesjährigen Plan Medienpreis für Kinderrechte. Sie beleuchten Gewalt, erzählen von der Lebensrealität junger Menschen und bringen Themen in die Öffentlichkeit, die mehr Aufmerksamkeit verdienen.
Vergeben wurde die Auszeichnung von der gemeinnützigen Privatstiftung Hilfe mit Plan Österreich in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt und dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ).
Gewalt aufgedeckt
Den ersten Preis erhielten Jürgen Klatzer und Matthias Winterer für ihren im „Falter“ erschienenen Beitrag „Körperliche Gewalt war gang und gäbe“. Die Recherche zeigt, wie eine Kultur der Gewalt und des Schweigens über Jahre bestehen konnte.
Die Jury würdigte die tiefgehende Aufarbeitung von struktureller Gewalt, Missbrauch und Vertuschung. Der Beitrag habe öffentlichen Druck erzeugt sowie politische und institutionelle Aufarbeitung und konkrete Konsequenzen angestoßen.
Für die beiden Journalisten ist die Auszeichnung zugleich Ansporn, weiter genau hinzusehen: „Der Plan Medienpreis für Kinderrechte ist für uns Ehrung und Auftrag zugleich: Wir lassen nicht locker und machen auf mögliche Kinderrechtsverletzungen aufmerksam, wenn es andere nicht tun.“
Vier weitere geehrt
Der zweite Preis ging an Thomas Winkelmüller und Maya Luna Mendivil Jahnke für „Die Pflegekinder“, veröffentlicht im Magazin „DATUM“. Ihr Beitrag widmet sich dem Alltag von Pflegekindern und zeigt, wie wichtig wirksamer Schutz und verlässliche Unterstützung sind.
Den dritten Platz teilten sich heuer zwei Arbeiten: Magdalena Pötsch wurde für „Leben in der Welt der Dünnen“ in „Der Standard“ ausgezeichnet, Maik Großekathöfer für „Unter Druck“ in „Der Spiegel“.
Kindern zuhören
Überreicht wurden die Preise von Familienministerin Claudia Bauer, VÖZ-Präsident Rainer Nowak und Rudi Klausnitzer, Vorstandsmitglied der Stiftung Hilfe mit Plan Österreich und Juryvorsitzender.
Klausnitzer betonte, wie wichtig die mediale Aufarbeitung ist, um Belastungen und strukturelle Probleme im Leben junger Menschen sichtbar zu machen. Auch Nowak unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung unabhängiger Recherche: „Kinderrechte brauchen Öffentlichkeit.“
Genau hier setzt der Medienpreis an: Er würdigt journalistisches Engagement und soll dazu beitragen, dass die Rechte von Kindern stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.



