Währing läuft Sturm

Aumannplatz: Buh-Rufe und 3.700 Protest-Unterschriften!

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Viele Währinger waren lautstark dagegen, Petition gegen die Verkehrslösung erreichte 3.700 Unterschriften.

Mehr als 500 Währinger strömten am 5. November zur Bürgerversammlung über das umstrittene grünrote Projekt der Umgestaltung des Aumannplatzes. Es hagelte Proteste und laute Buhh-Rufe. Die Bezirksvorsteherin Silvia Nossek musste durch lautstarke Aufforderungen erst dazu bewogen werden, die Bühne zu betreten, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Ohne für ein Mikrophon gesorgt zu haben, wurden ihre Aussagen aber im gerammelt vollen Pfarrsaal kaum gehört oder durch Proteststimmen übertönt.

Über 3.700 Unterschriften

Um so deutlicher waren die Aussagen von Dieter Granser, dem Organisator der Petition zum Erhalt der stadteinwärts führenden Verkehrsverbindung der Währinger Straße, die bisher über 3.700 Währingern unterschrieben haben und des Schauspielers Thomas Sigwald, dem Mit-Organisator der Demonstration im September. Sie haben auch ohne Mikro dargelegt, was an der Planung falsch ist. So habe es bei der Bürgerbeteiligung ganze 14 Meldungen gegeben, die eine Fußgänger- oder Begegnungszone gewünscht hätten. Die Umgestaltung der Parkanlage wird von den beiden ausdrücklich gelobt. Die Planung der Umleitung durch die Gentzgasse und die Organisation der Bürgerversammlung wurde dagegen als fehlerhaft bezeichnet. Ein 90-jähriger Währinger:

„Eine Schande für Währing. Der frühere Bezirksvorsteher würde sich im Grab umdrehen…!“

Keine Alternativen

Das Fehlen von Alternativen war der nächste Kritik-Schwerpunkt. Beamte der MA 28 mussten bestätigten, dass lediglich die nun vorliegende Planung vom Bezirk in Auftrag gegeben worden sei und keine Alternativen erwünscht waren. Dass von den Verkehrsbetrieben keine Bedenken wegen der drohenden Stau-Bereiche laut geworden sind, bezeichnete ein aufgebrachter Zuhörer mit:

„Das ist eine Verhöhnung der Bürger von Währing. Die Mitplanerin der umstrittenen Verkehrslösung heißt nämlich Ulli Sima und sie ist ja auch die politische Chefin der Wiener Linien…“

Absolut ignoriert

Die erste Reaktion auf die massiven Proteste bei der der Bürgerversammlung kam von den Grünen. Klubobfrau Raphaela Veit ignorierte sämtliche Einsprüche der Bürger und meinte am Tag nach der Versammlung:

„Wir nehmen die Wünsche der Bevölkerung ernst. Die überwiegende Zahl der Anliegen sind in die Planungen eingeflossen und wir freuen uns, dass diese nun mit dem Baustart im Frühjahr auch umgesetzt werden.”

Reaktionen der ÖVP, der Neos und der FPÖ stehen noch aus.

Bürgerprotest Aumannplatz
Die Bezirkschefin Silvia Nossek kam bei manchen der Anfragen in Bedrängnis. ©Gerhard Krause
Bürgerprotest Aumannplatz
©Gerhard Krause
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