Wie beeinflusst der öffentliche Raum unsere Gesundheit? Und was braucht eine Straße, damit sich Menschen dort gerne aufhalten? Genau diesen Fragen widmet sich ein neues Stadtentwicklungsprojekt in der Josefstadt. Ziel ist es, die Blindengasse zur ersten „Gesunden Straße“ Wiens zu machen – gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Bezirks.
Neue Ideen für die Blindengasse
Die Blindengasse im Herzen der Josefstadt steht im Mittelpunkt eines spannenden Projekts: Sie soll zur ersten „Gesunden Straße“ der Stadt werden. Hinter der Initiative steckt die Bezirksvorstehung gemeinsam mit der Initiative Stadtpsychologie. Grundlage bildet das international etablierte Healthy-Streets-Konzept, das untersucht, wie Straßen gestaltet sein müssen, damit sie Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität fördern.
Bezirksvorsteher Martin Fabisch möchte dabei möglichst viele Stimmen aus dem Bezirk hören. Deshalb startet nun eine große Befragung. Alle Haushalte erhalten eine Einladung zur Teilnahme an einer Online-Umfrage, die bis 12. Juni 2026 läuft. Gesucht werden Ideen, Wünsche und Beobachtungen aus dem Alltag – von mehr Grün über Aufenthaltsmöglichkeiten bis hin zu neuen Nutzungen des öffentlichen Raums.
Die Blindengasse wurde bereits im vergangenen Jahr genauer unter die Lupe genommen. Gespräche mit lokalen Einrichtungen wie Kindergarten, Pfarre oder Gastronomie sowie erste Straßenbefragungen lieferten einen Überblick über den aktuellen Zustand. Nun soll die Perspektive der Josefstädterinnen und Josefstädter folgen.

Die Blindengasse könnte Wiens erste “Gesunde Straße” werden. © stadtpsychologie.at
Mitreden für eine gesündere Stadt
Ziel des Projekts ist es, den Straßenraum neu zu denken. Geplant sind unter anderem Workshops, Mitmach-Formate sowie Aktionen im öffentlichen Raum. Zwischen Juni und Oktober sollen Aktionswochen stattfinden, bei denen Bewegung, Spiel und Begegnung die Gasse beleben.
Langfristig könnten aus den Ergebnissen konkrete Maßnahmen entstehen: zusätzliche Bäume, neue Aufenthaltsbereiche oder eine Umgestaltung einzelner Abschnitte. Gleichzeitig entsteht bis 2027 ein „Healthy Street Guide“, der als Leitfaden für gesundheitsfördernde Stadtentwicklung dienen soll.
Wer im Bezirk lebt oder die Blindengasse regelmäßig nutzt, kann jetzt seine Ideen einbringen und mitgestalten. Denn eine gesunde Straße entsteht vor allem dort, wo Menschen sie gemeinsam entwickeln und ihre Ideen und Bedürfnisse einbringen.