Mit dem Leitmotiv „Unspeakable Worlds – Welten jenseits von Worten“ widmet sich die zweite Ausgabe der Klima Biennale jenen Realitäten, die sich kaum in Worte fassen lassen – von ökologischen Kipppunkten bis zu gesellschaftlichen Umbrüchen. Mehr als 50 Partnerinstitutionen, ein verdichtetes Programm am Karlsplatz und ein starker Fokus auf den öffentlichen Raum machen die Biennale zu einem Stadtfestival, das Kunst mitten ins Alltagsleben bringt und Bewusstsein für die Klimakrise schafft.

Ausstellung über eine Grundlage des (Über)Lebens: “Seeds” im KunstHausWien – Foto: Seeds_Criewener No104, 2022 © TueGreenfort_Courtesy the artist and König Galerie
Kunst als Bewusstseins-Kompass
Die Festivalzentrale im KunstHausWien, einem Museum der Wien Holding, wird zum Herzstück der Biennale. Zwei Ausstellungen spannen dort einen Bogen von Saatgut als kulturellem Gedächtnis bis zu Geschichten von Verlust und Verbundenheit in Zeiten des Klimawandels. Samen stehen dabei als Symbol für Wissen, Migration, Widerstand und Zukunftsvisionen.
Ergänzt wird das Programm durch eine szenografische Erzählung, die das Museum selbst in eine begehbare Geschichte verwandelt. Die Klima Biennale versteht Kunst als Werkzeug des Wandels. Sie macht komplexe Zusammenhänge sinnlich erfahrbar und eröffnet neue Perspektiven auf ein nachhaltiges Wien von morgen.

Kaorle am Karlsplatz 1982 © Margot Pilz
Neue Ideen zur Nutzung von Stadtraum
Unter dem Titel „(No) Funny Games“ verwandelt sich der Stadtraum in eine Bühne für künstlerische Interventionen zwischen Idylle und Dystopie. Hauswände, Brücken, Plakatflächen und Shoppingcenter werden zu Trägern von Klimabotschaften, die mitten ins urbane Leben hineinwirken. Am Karlsplatz verdichtet sich das Programm mit Installationen, Aktivierungen und Kooperationen, etwa mit TU Wien und Staatsoper.
Parallel dazu entstehen im Rahmen von „Creatives for Vienna – Making Spaces“ innovative Projekte zur Nutzung des öffentlichen Raums, das reicht vom neu gedachten Würstelstand bis hin zum urbanen Golfplatz. Ziel ist ein Wien, das ökologische und soziale Qualität im Grätzl für alle Bewohner erfahrbar macht.

Auseinandersetzung mit Themen rund um den Klimaschutz im öffentlichen Raum © eSeL.at – Joanna Pianka
Bildung und Dialog zum Klimaschutz
Die Biennale setzt stark auf Kooperationen mit Museen, Theatern, Kunsträumen und Universitäten. Studierende, unabhängige Kunstinitiativen und internationale Partner bringen neue Perspektiven ein. Ein besonderes Augenmerk gilt jungen Menschen: Workshops, Schulprojekte und ein zweitägiger Klimagipfel geben Kindern und Jugendlichen eine Stimme.
Die Klima Biennale Wien ist wie ein Gespräch im urbanen Raum über Verantwortung, Gemeinschaft und die Kunst des Wandels. Wer im Frühling durch Wien spaziert, wird ihre Spuren erkennen – und vielleicht mit neuen Ideen für ein lebenswertes, ökologisch bewusstes Morgen nach Hause gehen.