Klimawandel: „Grätzloasen“ internationales Vorbild

(C) PID/Fürthner: Grüne Parklets beleben die Grätzl und sorgen für ein besseres Mikroklima.

Über 415 Quadratkilometer der Stadtfläche Wiens sind Grünfläche – das sind über 50% der gesamten Fläche der Stadt. Und der begrünte Teil der Stadt wächst weiter! Den mit den vielen Begrünungsmaßnahmen möchte die Stadt nicht nur die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner steigern, sondern auch auf die Dynamiken des Klimawandels reagieren. Denn Pflanzen wirken sich positiv auf die Klimabilanz der Großstadt aus: Sie binden klimaschädliches CO2 und durch Schatten und Verdunstungskälte kühlen Straßen im Sommer merklich ab.

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Große und kleine Maßnahmen

Egal ob Fassadenbegrünung, neue Parks, Baumpflanzungen oder kleine „Grünoasen“ – jede Pflanze mehr im Stadtgebiet hilft im Kampf gegen den Klimawandel.

(C) PID/Fürthner: Jürgen Czernohorszky bei einer „Grätzloase“.

Mittlerweile finden sich knapp 70 kleine grüne Grätzloasen in den Straßen Wiens. Dabei finden in Straßen Parklets Platz, die als begrünte Sitzgelegenheit und Grätzltreffpunkt dienen. Sie sind blumige Begnungsorte, die den Grätzl mehr Leben einhauchen sollen. „Die grünen Parklets sind beliebte Grätzltreffpunkte für die Wienerinnen und Wiener. Gebaut von der Nachbarschaft fördern sie das Zusammenleben im Grätzl und sorgen mit mehr Grün im öffentlichen Raums für ein angenehmeres Mikroklima an heißen Tagen“, sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Die Grätzloasen: internationales Vorbild

Betreut werden die „Grätzloasen“ oftmals von engagierten Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Grätzl. Unterstützung bekommen sie dabei vom Aktionsprogramm „Grätzloase“, einer Initiative der Stadt Wien und dem Verein Lokale Agenda 21. Die Idee der Belebung des öffentlichen Raums mit begrünten Aufenthaltsmöglichkeiten für die Nachbarschaft findet nun auch Nachahmer in anderen Städten. Ähnlich der Wiener Grätzloase werden in Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung die sogenannten „Kiez-Parklets“ gefördert. In Innsbruck sollen nach dem Wiener Vorbild „Inns’eln“ geschaffen werden. „Es freut mich, dass wir mit den Grätzloasen auch andere Städte inspirieren, mehr begrünte Begegnungsorte im öffentlichen Raum zu schaffen“, so Czernohorszky.

KlangOase in der Josefstadt

In der dicht besiedelten Josefstadt erfreuen sich die begrünten Parklets besonderer Beliebtheit. Ein kreatives Beispiel ist die „KlangOase“: ein „besetzbarer“ Platz mit Natur, Literatur und Musik (Klangbänke, Klanginstallation). Die Sitzbänke ermöglichen das Zusammenkommen, das Zuhören, das Lesen, das Klingen der Klanginstallation und dient als Treffpunkt zum Austausch. Es soll Raum für Dialog, Austausch und gute Nachbarschaft geschaffen werden. Initiiert wurde die „Klangoase“ vom Team des Musischen Zentrums Wien, einer Einrichtung des Vereins Wiener Jugendzentren.