Spittelau: Wasserkocher heizt Wien ein

(C) Wien Energie/Merlin Bartholomäus

Das Fernheizkraftwerk Spittelau ist ein Wiener Wahrzeichen. Entworfen wurde die Müllverbrennungsanlage in den 1990ern dabei vom Künstler Friedensreich Hundertwasser. Das farbenfrohe Gesamtkunstwerk produziert nachhaltige thermische Energie für viele Wiener Haushalte. Mit 2022 soll die Anlage noch nachhaltiger und ökologischer Wärme für Wien erzeugen.

Wasserkocher heizt Wien ein

Die Wiener Stadtwerke bauen mit der neuen Power-to-Heat-Anlage das Angebot an nachhaltiger Energie noch weiter aus. Damit nähert sich Wien weiter dem Ziel der Klimamusterstadt an und arbeitet weiter an der Energiewende. Davon ist auch der für die Stadtwerke zuständige Stadtrat Peter Hanke überzeugt: „Die neue Power-to-Heat-Anlage in der Spittelau ist ein wichtiger Mosaikstein für den Klimaschutz in Wien. Damit die Energiewende gelingt, müssen die Sektoren Strom und Wärme intelligent vernetzt werden. Mit der neuen Anlage von Wien Energie kommt Wien diesem Ziel ein weiteres Stück näher“.

Die Power-to-Heat-Anlage funktioniert dabei wie ein riesiger Wasserkocher. Überschüssiger Ökostrom wird aus dem Wiener Netz in den „Riesen-Wasserkocher“ geleitet, erhitzt mit zwei Durchlauferhitzern Wasser auf rund 155 Grad Celsius. Das heiße Wasser wird in das Fernwärmenetz eingespeist. Dadurch bekommen die umliegenden Haushalte direkt und effizient nachhaltige Wärme. Der Betrieb soll im Frühjahr 2022 aufgenommen werden.

Im Geiste Hundertwasser

Das Fernheizkraftwerk Spittelau ist seit 1992 in Betrieb. Die Müllverbrennungsanlage wurde von Friedensreich Hunderwasser im Sinne eines „Mahnmal für eine schönere, abfallfreie Zukunftt“ entworfen. Um nicht nur der ökologischen Vision sondern auch den architektonischen Vorstellungen des Meisters zu entsprechen, arbeiten die Stadtwerke zusammen mit der Stiftung Hundertwasser an der Gestaltung der neuen Anlage.

Die Power-to-Heat Anlage entsteht an Stelle von ehemaligen Öltanks am Gelände. Bunte Mosaike und runde Formen im Stile Hundertwassers werden die neuen „Wasserkocher“ zieren.

Über die Trendwende von fossilen Öltanks zu nachhaltigen Energiewirtschaft freut sich auch Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung: „Die fossile Vergangenheit macht Platz für innovative Energielösungen! Das hätte im tatsächlichen und übertragenen Sinn auch Friedensreich Hundertwasser gefallen, den wir in der Spittelau natürlich weiter in Ehren halten.“

Urban-Gardening am Dach

Das Dach der neuen Anlage will die Wien Energie auch ökologisch und nachhaltig nutzen. So sollen auf der Dachfläche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wien Energie gemeinschaftlich die Fläche zum Urban Gardening nutzen können. Das begrünte Dach dient somit nicht nur als Erholungsraum sondern bekämpft städtische Hitzeinseln.

Hans Steiner
Chefredakteur