Ob Autofahrer, Pendler, Rad- oder E-Scooter-Fahrende – die Veränderungen im Verkehrsrecht und bei den Mobilitätskosten treffen fast alle. Während manche Neuerungen wie die Preissteigerung bei Vignette und Öffis unmittelbar spürbar sind, bringen neue Sicherheits- und Umweltauflagen langfristige Folgen für Fahrzeughalter. Der ÖAMTC gibt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Punkte.

2026 gibt es einige Neuerungen im Straßenverkehr: ein Überblick. © KI-generiert mit ChatGPT

2026 gibt es einige Neuerungen im Straßenverkehr: ein Überblick. © KI-generiert mit ChatGPT

Mehr Kosten, aber auch Entlastung: Vignette, Öffis, NoVA & Steuer

2026 gibt es die letzte Klebevignette in Österreich. Die Jahresvignette für Pkw kostet künftig 106,80 Euro, für Motorräder 42,70 Euro. Auch die Kurzzeitvarianten steigen leicht. Bei Öffis zeigt sich ein deutlicher Preissprung. Das österreichweite Klimaticket steigt von 1.300 auf 1.400 Euro, die Wiener-Linien-Jahreskarte kostet künftig 467 Euro, digital 461 Euro.

Für Neuzulassungen steigt die motorbezogene Versicherungssteuer – abhängig vom Antrieb – um rund 35 Euro bei Verbrennern. Plugin-Hybride könnten aufgrund der strengeren CO2-Berechnung ebenfalls höhere Steuern aufweisen, E-Autos bleiben unverändert. Die NoVA erhöht sich für viele Neufahrzeuge, bleibt aber für die meisten Hybrid- und Elektroautos niedrig.

Entlastungen kommen durch die Erhöhung von Verkehrsabsetzbetrag auf 496 Euro und die Verdreifachung des Pendlereuros: Sechs Euro pro Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsstätte werden von der Lohnsteuer abgezogen. Tipp: Wer ein neues Fahrzeug anschafft, sollte die laufenden Kosten vorab berechnen, zum Beispiel mit dem ÖAMTC-Rechner für motorbezogene Versicherungssteuer.

Ab Mai 2026 sind Blinker am E-Scooter verpflichtend. © KI-generiert mit ChatGPT

Ab Mai 2026 werden Blinker am E-Scooter Pflicht. © KI-generiert mit ChatGPT

Änderungen bei StVO, Führerschein und Besitzstörungsklagen

Die 36. StVO-Novelle bringt Anpassungen für E-Moped- und E-Scooter-Fahrende. Ab Mai 2026 gilt für E-Scooter eine Promillegrenze von 0,5, sie benötigen Blinker und können Fußgängerzonen dann befahren, wenn dies behördlich erlaubt wird (gilt auch für Radfahrer). Die Bundesregierung schlägt eine Helmpflicht für E-Biker bis 14 Jahre sowie für E-Scooter-Fahrende bis 16 Jahre vor. Der ÖAMTC plädiert für eine Helmpflicht für E-Scooter ohne Altersgrenze.

Im Führerscheinwesen gibt es ebenfalls Neuerungen: Prüfungen können nach zwölf Tagen wiederholt werden, Lkw- und Busführerscheine werden ab 60 Jahren für fünf Jahre verlängert, und internationale Führerscheine können künftig für drei Jahre ausgestellt werden.

Besitzstörungsklagen sollen durch reduzierte Anwaltstarife und Gerichtsgebühren unattraktiver werden, um missbräuchliche Forderungen zu vermeiden. Achtung: Geplante kamerabasierte Überwachungen könnten zu einem uneinheitlichen Regelchaos führen; hier fordert der ÖAMTC klare Vorgaben.

Neu zugelassene Pkw müssen ab Juli mit erweiterten Assistenzsystemen ausgestattet sein, z. B. Notbremssysteme für Fußgänger und Radfahrende. © ÖAMTC/Rattay

Ab Juli bei neu zugelassenen Autos Pflicht: erweiterte Assistenzsystemen wie z. B. Notbremssysteme für Fußgänger und Radfahrende. © ÖAMTC/Rattay

Sicherheit und Umwelt: Assistenzsysteme, eCall und Euro 7

Ab 7. Juli 2026 müssen neu zugelassene Pkw mit erweiterten Assistenzsystemen ausgestattet sein: Notbremssysteme für Fußgänger und Radfahrende, Müdigkeitswarner und Spurhalteassistenten. Für den Umweltschutz gilt ab 29. November 2026 die Abgasnorm Euro 7 bei neuen Typengenehmigungen. Hersteller müssen u. a. die Haltbarkeit von Pkw und Batterien nachweisen.

Zudem wird das Notrufsystem Next-Generation-eCall Pflicht und unterstützt 4G, LTE oder 5G, um im Ernstfall schnellere Hilfe zu gewährleisten. Für jedes Fahrzeug wird ein Environmental Vehicle Passport (EVP) ausgestellt, der CO2-Emissionen, Verbrauch, Reichweite und Batteriehaltbarkeit dokumentiert

Mehr Informationen zu allen Änderungen: www.oeamtc.at/neuerungen2026