21 Jahre lang schlummerte das Areal rund um den APA-Turm still vor sich hin, nun wird es wachgeküsst. Die Stadt Wien, die BUWOG und die Street Art-Organisation Calle Libre setzen mit Österreichs größtem Wandgemälde ein Zeichen für Aufbruch, Beteiligung und ein lebendiges Miteinander.

Das Planungsareal umfasst eine Fläche von rund 2,5 Hektar. Ziel ist die Schaffung eines klimafitten Ensembles, dass in innovativer Weise Wohnen und Arbeiten miteinander verbindet. © Stadt Wien/Stadtplan3D

Das Planungsareal umfasst eine Fläche von rund 2,5 Hektar. Ziel ist die Schaffung eines klimafitten Ensembles, dass in innovativer Weise Wohnen und Arbeiten miteinander verbindet. © Stadt Wien/Stadtplan3D

Bunte Visitenkarte für neues Stadtquartier

Wo früher grauer Beton dominierte, entsteht nun ein strahlendes Symbol für Vielfalt. Der 52 Meter hohe APA-Turm erhält ein 1.100 Quadratmeter großes Wandgemälde des international gefeierten Urban Artist Okuda San Miguel. Sein Werk „In Equality“ soll, so der Künstler, „den städtischen Raum aus einer neuen, lebendigen und spannenden Perspektive erlebbar machen“.

Das Gerüst steht bereits, in drei Wochen soll das Werk fertig sein. Dass der Startschuss für die Entwicklung des 2,5 Hektar großen Quartiers Gunold Süd mit Kunst gesetzt wird, ist kein Zufall.

„Wir wollen attraktiven Wohnraum, Arbeitsplätze und grüne Erholungsflächen schaffen – und die Menschen von Anfang an einbinden“,

erklärt Planungsstadträtin Ulli Sima.

„In Equality“ richtet sich auf Ungleichheiten, die sich in gesellschaftlichen Strukturen, im sozialen Miteinander und in geschlechtsspezifischen Lebensrealitäten zeigen. © MA 21/Christian Fürthner

„In Equality“ richtet sich auf Ungleichheiten, die sich in gesellschaftlichen Strukturen, im sozialen Miteinander und in geschlechtsspezifischen Lebensrealitäten zeigen. © MA 21/Christian Fürthner

Stadtentwicklung, die Menschen mitnimmt

Am 7. Mai lädt die Stadt zum ersten großen Beteiligungsfest. Vor Ort warten Führungen durch das Planungsgebiet Gunold Süd, Infostände und direkte Gespräche mit den Experten. Wer nicht dabei sein kann, kann seine Ideen auch online einbringen. Für BUWOG-Geschäftsführer Andreas Holler ist der künstlerische Auftakt ein starkes Zeichen: „Es ist uns eine Ehre, dieses prägende Stadtentwicklungsgebiet mitzugestalten. Dass Kunst hier frei zugänglich und weithin sichtbar wird, freut uns besonders.“

Auch in der Bezirksvertretung ist die Aufbruchstimmung spürbar. Bezirksvorsteher Daniel Resch betont: „Wir wollen Wohnraum und Grünflächen so attraktiv wie möglich gestalten und dem Quartier neues Leben einhauchen.“ Seine Stellvertreterin Mahboobeh Bayat sieht im Wandbild mehr als nur Kunst: „Es zeigt, dass Döbling noch bunter, lebendiger und lebenswerter werden kann.“

Street Art und Stadtvision finden zusammen

Die Kombination aus kultureller Intervention und Stadtentwicklung gilt als bewusst gesetztes Signal. NEOS-Planungssprecherin Selma Arapović zeigt sich begeistert: „Dass der Startschuss mit Street Art fällt, ist ein echtes Highlight. Es zeigt, dass Stadtentwicklung auch laut, bunt und voller Haltung sein darf.“ Kurator Jakob Kattner von Calle Libre unterstreicht die Bedeutung des Ortes: „Wo früher Nachrichten produziert wurden, trägt nun eine öffentliche Fassade eine gesellschaftliche Botschaft nach außen.“

Mit dem Wandgemälde beginnt ein Transformationsprozess, der das bisher brachliegende Gebiet in einen klimafitten, offenen und lebendigen Stadtteil verwandeln soll. Ein urbaner Platz, neue Grünräume, qualitätsvolle Wohn- und Arbeitsbereiche und mittendrin ein farbenfrohes Kunstwerk, das schon jetzt weithin sichtbar zeigt, wohin die Reise geht. In die Zukunft.

Beteiligungsfest Gunoldviertel
7.5.2026, 15-19 Uhr
„Wild im West“, beim APA-Tower
Gunoldstraße 14, 1190 Wien
Führungen durch das Planungsgebiet: 16 & 17 Uhr

Online kann man ab 7. Mai Wünsche und Ideen zum neuen Stadtquartier einbringen: www.wien.gv.at/stadtplanung/gunoldsued