23 Millionen Euro Budget und große Projekte: Simmerings Bezirksvorsteher Thomas Steinhart spricht über Bildung, Straßenumbauten, Klimaprojekte und die Zukunft des Bezirks.

Bildung: Eine moderne Lernumgebung schafft für Simmerings Kinder den besten Start in die Zukunft. © Freepik.com
Budget 2026: Bildung hat in Simmering Vorrang
Herr Bezirksvorsteher, wo liegen beim Budget 2026 die Schwerpunkte?
Thomas Steinhart: Wir haben für 2026 rund 23 Millionen Euro zur Verfügung – das Einfrieren der Bezirksbudgets zwingt uns, noch genauer bei Vorhaben zu priorisieren. Für mich ist klar: Bildung hat Vorrang. Der Großteil des Budgets fließt in die Sanierung von Pflichtschulen und Kindergärten. Moderne Ausbildungsstätten und Lernumgebungen für Kinder in Simmering sind mir persönlich ein großes Anliegen. Gemeinsam mit Bezirksrat und SPÖ Simmering Finanzausschuss-Vorsitzenden Mustafa Cetin, dem ich für seine Unterstützung sehr danke, achten wir auf eine umsichtige Planung, damit jeder Euro dort ankommt, wo er auch langfristig wirkt.
Wo spüren Sie Engpässe?
Natürlich bei Projekten, die wünschenswert wären, etwa bei zusätzlichen Verschönerungen im öffentlichen Raum. Auch bei größeren Bauvorhaben merken wir die Kostensteigerungen. Trotzdem verlieren wir das Ziel nicht aus den Augen: moderne Schulen, sichere Straßen und lebenswerte Grätzl im Bezirk.
Kinder und Jugendliche in Simmering sollen in einer zeitgemäßen Lernumgebung ihre Talente entfalten können.”
Es gibt Kritik an mangelnder Kostentransparenz wie bei der Umgestaltung der Simmeringer Hauptstraße. Wie gehen Sie damit um?
Alle Budgetzahlen liegen offen, Projekte werden in der Bezirksvertretung diskutiert. Bei großen Vorhaben informieren wir laufend. Ein finales Kostenbild hängt oft von Detailplanungen ab. Aber klar ist: Wir entscheiden verantwortungsvoll und nachvollziehbar. Bei den Wahlen im Vorjahr hat mir die Simmeringer Bevölkerung ihr Vertrauen ausgesprochen und zeigt damit, dass sie den Entwicklungskurs in Simmering unterstützt. Das sollte auch für jene ein deutliches Signal sein, die gerne Dinge schlechtreden.

Simmeringer Hauptstraße: Im Abschnitt zwischen Litfaßstraße und Zippererstraße sind über 50 neue Bäume und 3.500 m² Grünflächen geplant. © 2025 www.oln.at
Umbau der Simmeringer Hauptstraße startet
Schulen im Fokus: Was kommt 2026?
Die Modernisierung der Volksschule Molitorgasse ist abgeschlossen, die Mittelschule am Enkplatz wird gerade erneuert. 2026 setzen wir weitere Sanierungsschritte bei Pflichtschulen, verbessern auch Sportflächen und investieren in digitale Ausstattung. Kinder und Jugendliche sollen in einer zeitgemäßen Lernumgebung ihre Talente entfalten können.
Die Umgestaltung der Simmeringer Hauptstraße oder des Vorplatzes bei der U3-Endstation Simmering: Was bringen sie konkret?
Auf rund 700 Metern wird die Simmeringer Hauptstraße klimafit umgebaut. Mehr Bäume, breitere Gehwege, sichere Querungen und Aufenthaltszonen sind geplant. Die Simmeringer wurden vorab zu ihren Wünschen befragt und die Beteiligung war sehr gut. Aus dieser Befragung sind viele Anliegen direkt in die Planung eingeflossen. Mir ist wichtig, dass der Alltag für ältere Menschen, Familien mit Kinderwagen oder Menschen mit Behinderung leichter wird. Auch die lokale Wirtschaft profitiert von einer attraktiven, belebten Straße.
Es freut mich sehr, dass 2026 auch ein Bürger:innenbeteiligungs-Projekt umgesetzt werden kann: die Neugestaltung des Vorplatzes bei der U3-Endstation Simmering und beim Froschkönig-Brunnen mit mehr Grünraum, Beeten, Sträuchern und Sitzgelegenheiten. Finanziert wird dies aus Mitteln des Wiener Klimateams, für den Bezirk entstehen somit keine Kosten. Ich bin hier den zuständigen Stadträt:innen Ulli Sima und Jürgen Czernohorszky für ihre Unterstützung sehr dankbar, dass wir Simmering noch ein Stück lebenswerter gestalten können.

Der Natur- und Erlebnispark Sonnenland bietet spannende Spielbereiche, erholsame Aufenthaltsareale und viel Grün zum Durchatmen. © Stadt Wien/Bubu Dujmic
Erlebnis im Grünen & Parken vor der Haustür
Natur- und Erlebnispark Sonnenland: Wie geht es weiter?
2026 erweitern wir Spiel- und Aufenthaltsbereiche und setzen weitere Begrünungsmaßnahmen. Ziel ist ein Ort, der Erholung, Bewegung für alle Generationen und Klimaschutz verbindet.
Und wie soll das Areal dauerhaft belebt werden?
Durch Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Initiativen aus dem Grätzl. Wenn Kinder hier Natur erleben und Vereine Aktivitäten anbieten, ist das für alle Simmeringer ein Plus. Und natürlich auch für alle aus anderen Bezirken, die herzlich eingeladen sind, den Park zu besuchen.
Anwohnerparken: Wie ist hier Ihre erste Bilanz?
Rund um den Enkplatz und den Rosa-Jochmann-Ring hat sich der Parkdruck spürbar reduziert, die Verfügbarkeit ist besser, die Akzeptanz hoch. Viele Anrainer:innen sind froh, am Abend nach der Arbeit wieder gleich einen Parkplatz vor der Haustür zu finden. Derzeit sind vier weitere Gebiete in Prüfung. Ich bin zuversichtlich, dass wir das noch ausweiten können.