Wer sein Auto achtlos abstellt, bringt im schlimmsten Fall gleich eine ganze Straßenbahnlinie zum Stillstand. Genau hier setzen Stadt Wien und Wiener Linien an. Statt Dauerärger durch Falschparkende wird umgebaut, begrünt und – wenn nötig – abgestraft. Erste Zahlen zeigen, dass dieser Weg funktioniert.
Umbauten entschärfen Hotspots
Mehr als 1.500 Mal wurden 2025 Fahrzeuge dort abgestellt, wo sie Busse oder Straßenbahnen blockierten: auf Gleisen oder direkt vor Haltestellen. Die Leidtragenden sind weniger die Lenker der Öffis als vielmehr hunderte Fahrgäste, die ihren Zeitplan verlieren. Denn selbst nach dem Abschleppen dauert es oft lange, bis der Fahrt-Takt wieder stimmt.
Die Stadt Wien und die Wiener Linien reagieren mit gezielten Umbauten. Ein Paradebeispiel ist die Camillo-Sitte-Gasse im 15. Bezirk. Der frühere Problemabschnitt wurde im Sommer 2025 mit sichtbarem Erfolg neu gestaltet. Während es im ersten Halbjahr noch 18 Öffi-Blockaden gab, waren es danach nur mehr zwei. Die Straßenbahnlinie 9 ist seither wieder verlässlich unterwegs.

In der Camillo-Sitte-Gasse im 15. Bezirk zeigen die Umbaumaßnahmen gegen Öffi-Verparker erste Wirkung. Im Frühjahr folgen blühende Beete. © message
Mehr Grün statt Blechlawinen
Wo früher Autos im Weg standen, ist heute mehr Platz für Menschen. Rund 500 Quadratmeter wurden in der Camillo-Sitte-Gasse entsiegelt, bepflanzt und aufgewertet. Breitere Gehsteige, 20 Hochsträucher, Sitzbänke und ein Trinkbrunnen sorgen für Aufenthaltsqualität.
Im Frühjahr sollen blühende Beete das Grätzl zusätzlich beleben. Auch der Bezirk freut sich: Die Kombination aus Begrünung und flüssigerem Öffi-Verkehr bringt spürbare Vorteile für alle.

Auch in der Kreuzgasse im 18. Bezirk ist die Straßenbahnlinie 42 jetzt durch entsprechende Begrünungen ungehindert unterwegs. © PID/Christian Fürthner
Strengere Regeln und höhere Strafen
Ähnliche Effekte zeigen sich auch andernorts, etwa in der Kreuzgasse in Währing. Dort ist die Zahl der Falschparker seit 2020 um rund ein Drittel gesunken. Doch Wien setzt nicht nur auf bauliche Lösungen. Seit 1. Jänner 2026 wird es teurer, Busse oder Bims zu blockieren. Die Strafe steigt von 365 auf 467 Euro, bewusst angesetzt in der Kostenhöhe einer Jahreskarte.
Für Autofahrer gilt weiterhin: Gleisbereiche müssen immer frei bleiben, ein paar Zentimeter können entscheidend sein. Wer unsicher ist, wartet besser eine Straßenbahn oder einen Bus ab. Rücksicht zahlt sich für alle aus, die in Wien unterwegs sind.