Wien setzt einen weiteren Schritt in Richtung klimafitte Stadt. Neben den bereits bekannten „Wiener Wäldchen“ wächst nun ein kleiner, aber wirkungsvoller Neuzugang heran: das „Wiener Straucherl“. Die naturnahen Pflanzflächen sollen dort entstehen, wo für größere Begrünungsprojekte der Platz fehlt, und gerade deshalb einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität im dicht bebauten Wien leisten.

Kleine Flächen, große Wirkung

Das „Wiener Straucherl“ ist als kompakter Lebensraum konzipiert: rund 50 Quadratmeter groß, dicht bepflanzt mit unterschiedlichen Straucharten und inspiriert von natürlichen Heckenlandschaften. In dieser Struktur finden zahlreiche Tiere und Insekten Nahrung, Schutz und Rückzugsorte.

Für die Stadtentwicklung ist das Projekt ein weiterer Baustein im Kampf gegen Hitzeinseln. Sträucher spenden Schatten, verbessern das Mikroklima und sorgen für kühlere Luft in den Sommermonaten. Gleichzeitig schaffen sie grüne Inseln in dicht verbauten Straßenzügen. Orte, die nicht nur ökologisch wertvoll sind, sondern auch das Stadtbild auflockern.

Gerade im dichtverbauten Gebiet sorgt jedes Stück Grün für mehr Lebensqualität“,

betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Neben der ökologischen Funktion spielt auch der Erholungswert eine Rolle. Ein Straucherl wird schnell zum kleinen grünen Blickfang im Alltag zwischen Asphalt und Fassaden.

Erstes Straucherl am Alsergrund

Der Auftakt für das neue Begrünungsformat erfolgt im April. Das erste Wiener Straucherl wird im 9. Bezirk gepflanzt, weitere Standorte in mehreren Bezirken sollen folgen. Umgesetzt wird das Projekt als Zusammenarbeit der Magistratsdirektion, der Wiener Stadtgärten und der Umweltschutzabteilung.

Im Unterschied zum bekannten „Wiener Wäldchen“ werden beim Straucherl keine Baumsetzlinge gepflanzt. Stattdessen entsteht eine dichte Strauchstruktur, die sich im Laufe der Jahre bewusst naturnah entwickeln darf. Ziel ist ein lebendiges, leicht „wildes“ Grün, das sich selbst entfaltet und damit besonders wertvolle Lebensräume schafft.

Während die Wiener Wäldchen weiterhin dort entstehen, wo ausreichend Platz vorhanden ist, schließt das Straucherl eine wichtige Lücke im städtischen Raum. Gerade kleine Flächen zwischen Häusern, entlang von Wegen oder in versteckten Ecken können so zu neuen grünen Mikrolebensräumen werden.

www.wien.gv.at/umwelt/wiener-straucherl