Zentralfriedhof wird längste Outdoor-Galerie Wiens

Peter Hanke, Renate Niklas und Thomas Filek (vl.) eröffneten die Galerie © David Bohmann

Der Zentralfriedhof bietet eine neue Attraktion: Stadtrat Peter Hanke und Renate Niklas, Geschäftsführerin der Friedhöfe Wien eröffneten hier die längste Outdoor-Galerie Wiens. 

Die neue Outdoor-Galerie zeigt Tierfotografien, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Biodiversität am Friedhof“ entstanden sind. Dieses wurde vor mehr als zwei Jahren von der Universität Wien in Zusammenarbeit mit der Friedhöfe Wien GmbH ins Leben gerufen. Über die Zeit hinweg konnten nicht nur umfangreiche Daten zu Tieren, Pflanzen und Pilzen gesammelt, sondern auch faszinierende Fotografien erstellt werden. Mit der Ausstellung der Bilder wird die vielfältige Tierwelt auf den städtischen Friedhöfen nun für alle Besucher des Wiener Zentralfriedhofs sichtbar gemacht.

Friedhofsmitarbeiter Florian Ivanic knipste diesen „Hummelhintern“ © Ivanic

„Wir sind stolz darauf, die Flächen der 46 städtischen Friedhöfe und die Tiere, die sie bewohnen, bestmöglich zu schützen. Die längste Outdoor-Galerie Wiens zeigt in Bildern, wie groß die Biodiversität auf Wiens Friedhöfen ist“, betont Stadtrat Peter Hanke.

Renate Niklas bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit der Universität Wien und Projektleiter Thomas Filek. „Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig die Flächengestaltung ist. Diese Verantwortung liegt nicht nur bei den am Friedhof arbeitenden Menschen. Alle, die ein Grab auf unseren Friedhöfen haben, es außerdem bepflanzt und grün halten, leisten einen wichtigen Beitrag für Flora und Fauna, und auch für das Klima der Stadt.“

Learning by doing

Aus den Forschungsergebnissen wurden und werden Nachhaltigkeitsmaßnahmen abgeleitet – beispielsweise die Errichtung von Totholzecken für Insekten und Kleintiere, die Auswahl der Neupflanzungen, die Gestaltung von Naturgrabanlagen und auch die Entwicklung von biologisch abbaubaren Trauerkränzen und Buketts, die gänzlich ohne Metalle auskommen. Nachhaltig ist auch die Galerie selbst: Die Gerüste wurden aus heimischem Lärchenholz in der Werkstätte der Wiener Netze gefertigt und mit Erdspießen im Boden verankert.
Die Zwischenergebnisse des Projekts „Biodiversität am Friedhof“ sind online verfügbar und können unter folgendem Link abgerufen werden: Forschungsergebnisse Biodiversität am Friedhof (PDF).

Ausflugsziel mit Bildungsauftrag

Die in der Galerie gezeigten Bilder verdeutlichen die wachsende Relevanz von geschützten Lebensräumen und Rückzugsorten für Tiere in einer zunehmend urbanisierten Umwelt. Jeder kann die Galerie noch bis voraussichtlich Mitte 2024 besichtigen. Der Besuch ist kostenlos.

Die Galerie kann bis Mitte 2024 besichtigt werden. © Harald Lachner

Ihren Anfang nimmt die längste Outdoor-Galerie Wiens bei Tor 2. Sie führt auf zwei Grünstreifen bis zur Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus. Die Galerie als Ausflugsziel unterstreicht, dass Friedhöfe mehr als nur Begräbnisstätte sind. Ihre Gestaltung hat erheblichen Einfluss auf die Umwelt – von der Reduzierung von Tropennächten bis hin zum Versickerungspotenzial von Regenwasser. Nähere Informationen sind hier abrufbar.