Zu Gast im schönsten Saal der Stadt

(C) Tanzschule Strobl: Das Musikzimmer des Rothschild-Palais wurde vor der Spitzhacke gerettet.
(C) Tanzschule Strobl: Das Musikzimmer des Rothschild-Palais wurde vor der Spitzhacke gerettet.

Im wohl schönsten Saal einer Tanzschule wird man schon lange vor dem ersten wirklichen Ballvergnügen in die kommende Hochstimmung gebracht.

Erziehungsinstitut

Im Jahre 1747 erfolgte in der heutigen Kalvarienberggasse die Grundsteinlegung eines Klosters des Paulinenordens. 1785 ging es in den Besitz der Stiftung des k.u.k.-Offizierstöchter-Erziehungsinstituts über und wurde dann als solches geführt. Das Institut beherbergte damals 40 weibliche Zöglinge, in erster Linie Töchter verwitweter Offiziere. Es wurde von sechs Invaliden bewacht, um Einbrüche zu verhindern. Die Fächer Klavier, Tanz, französische und englische Sprache sowie Geometrie, Buchführung, Italienisch, Ungarisch oder Böhmisch sowie Turnen und Schwimmen im eigenen Vollbad standen auf dem Stundenplan.

Haus der SPÖ

Dem Unterricht der Mädchen diente das Viereck, dessen Hauptfront gegen die Kalvarienberggasse lwg und auch das heutige Gymnasium Geblergasse umfasst hat. Bis 1938 diente das Gebäude als Oberschule für Höhere Frauenberufe, wurde dann aber von den Nazis requiriert und der Gauleitung der Frauenschaft der NSDAP gewidmet. 1945 wurde die Kalvarienberggasse 28A der SPÖ zur Verwaltung übergeben und ging dann auch in ihren Besitz über.

1946 wurde hier eine Tanzschule etabliert: die heutige Tanzschule Strobl.

Schönster Tanzsaal

Sehr wichtig ist es für den heutigen Betrieb der Tanzschule, dass der Barocksaal des Musikzimmers des Palais Rothschild in der Prinz- Eugen-Straße vor der Spitzhacke gerettet werden konnte und in die Räumlichkeiten der Tanzschule eingepasst wurde. Seit August 2014 leitet Karina Strobl die Geschicke der Tanzschule und wurde mit dem Bezirks-Business-Award ausgezeichnet.