Tiergarten Schönbrunn

Aus einem Zoll-Krimi wurde ein Papageien-Wunder

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Was vor 15 Jahren als spektakulärer Schmuggelfall am Wiener Flughafen begann, feiert im Tiergarten Schönbrunn einen historischen Erfolg: Erstmals ist hier die natürliche Aufzucht von drei Küken der extrem seltenen Rotspiegel-Amazonen gelungen.

m Jahr 2011 fing der österreichische Zoll 74 geschmuggelte Papageien-Eier ab und übergab sie dem Tiergarten Schönbrunn. Aus diesen Eiern schlüpften damals unter anderem Rotspiegel-Amazonen, die heute selbst für den Nachwuchs gesorgt haben. Dieser Erfolg ist von europäischer Tragweite: Rotspiegel-Amazonen werden auf dem gesamten Kontinent derzeit nur in zwei Zoos gehalten. Da Schönbrunn das einzige aktive Zuchtpaar besitzt, ist der Wiener Zoo der einzige in Europa, dem diese Nachzucht glückt.

Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck betont die Bedeutung dieses Erfolgs: „Aus einem dramatischen Fall von illegalem Wildtierhandel ist über viele Jahre hinweg ein bedeutender Erfolg für den Artenschutz geworden. Dank der Expertise und Ausdauer unseres Pflegeteams können wir diese anspruchsvollen Papageien nicht nur erfolgreich halten, sondern nun auch nachzüchten. Dass die Rotspiegel-Amazonen heuer erstmals drei Küken selbstständig großgezogen haben, ist für uns ein besonderer Meilenstein.“ Insbesondere die Teamleiterin Petra Stefan begleitet die sensiblen Vögel bereits seit der Rettung der Eier vor 15 Jahren.

Überlebenskampf auf Jamaika

In ihrer Heimat Jamaika steht es schlecht um die Tierart. Seit 2020 gelten Rotspiegel-Amazonen als stark gefährdet. Die wildlebende Population wird auf maximal 15.000 Tiere geschätzt, die in nur zwei kleinen Gebieten der Insel isoliert leben.

Dr. Eveline Dungl, zoologische Abteilungsleiterin im Tiergarten, erläutert die drastische Situation vor Ort: „Rotspiegel-Amazonen erleben rapide Bestandsrückgänge. Diese werden unter anderem durch den Verlust des natürlichen Lebensraums, Prädation durch invasive Arten und die Auswirkungen des Klimawandels verursacht. Gerade bei einer Art mit einem derart kleinen Verbreitungsgebiet hat die Zerstörung des einzigen natürlichen Lebensraumes besonders schnell schwerwiegende Folgen.“

Umso wichtiger ist der Aufbau einer stabilen Reservepopulation in menschlicher Obhut. Der Schönbrunner Erfolg reißt unterdessen nicht ab: Neben den drei Rotspiegel-Amazonen wachsen aktuell auch vier Küken der ebenfalls gefährdeten Jamaika-Amazonen im Zoo heran. Ein zweifacher Triumph für den Artenschutz, der jedoch gleichzeitig als Mahnung gegen den weiterhin florierenden illegalen Wildtierhandel erinnert.

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