Die geplante Neugestaltung der Lainzer Straße sorgt für massive Existenzängste im lokalen Handel. Der lokale Einkaufsstraßenverein und die Wirtschaftskammer Wien fordern von der Stadt Wien einen sofortigen Planungsstopp und legen konstruktive Rad-Routen-Alternativen vor – eine dementsprechende Petition ist jetzt online.
Die Pläne zur Neugestaltung der Lainzer Straße stoßen bei den ansässigen Gewerbetreibenden auf heftigen Widerstand, wie das Wiener Bezirksblatt bereits berichtete. Das Projekt sieht für einen neuen Radweg einschneidende Veränderungen für die Infrastruktur des Bezirks vor.
Die Neugestaltung der Lainzer Straße soll für diesen Zweck die Stellplätze einer ganzen Straßenseite kosten. Damit steht die Erreichbarkeit eines der letzten Grätzl mit nahezu lückenlosem Branchenmix auf dem Spiel – für Kunden, für Ordinationen, Lieferverkehr und Handwerk.
Um auf diese existenzbedrohende Situation aufmerksam zu machen, wurde eine Petition ins Leben gerufen. Diese Petition ist ab sofort online und bietet Unterstützern die Möglichkeit, digital zu unterschreiben.
Hier geht es zur Petition
„Für all jene die es noch nicht wissen, im Projekt Lainzer Straße NEU, verbirgt sich auch ein 600 Meter langer Radweg, zwischen Gloriettegasse und Altgasse, geplant auf der stadteinwärts liegenden Straßenseite. Alleine in diesem Bereich werden über 100 Parkplätze unseres historisch gewachsenen Einkaufsgebiets zum Opfer fallen.“, so Ralph Gänsdorfer, einer der Initiatoren der Petition.

Die Sorge vor dem Verlust der Kaufkraft ist groß, wie Georg Fuchs, Obmann des Einkaufsstraßenvereins Alt-Hietzing, betont: „Wir kennen unsere Kunden und wissen aus dem täglichen Geschäft: Für viele entscheidet auch ein Parkplatz in der Nähe darüber, ob sie bei uns oder anderswo einkaufen.“
Unterschriftenlisten für Unterstützer der Forderungen liegen ab sofort in zahlreichen teilnehmenden Geschäften in Alt-Hietzing zur Unterschrift auf.
Klare Forderungen vor Baubeginn
Die Betroffenen betonen ausdrücklich, dass der Ausbau der Radinfrastruktur nicht das Problem darstellt. Es geht den Initiatoren vielmehr um eine verträgliche Lösung für alle Verkehrsteilnehmer und die Wirtschaft. „Allem vorweg möchte ich betonen, dass wir nicht gegen eine sichere Radwegsverbindung zwischen Lainz und Alt Hietzing sind – ganz im Gegenteil. Wir wünschen uns eine Offenlegung der Pläne und eine alternative Route die weniger Stellplätze kostet.“ versichert Gänsdorfer.

Schon die jetzige Situation während der ersten Arbeiten belastet die Unternehmer im Grätzl existentiell. „Um es auch aus meiner eigenen persönlichen Sichtweise zu beschreiben, seit den ersten Baumaßnahmen in der Lainzerstraße bei der aktuell bereits alle Parkplätze gesperrt sind, verzeichnen wir massive Umsatzeinbußen. Lange werden wir das nicht durchhalten, und schon gar nicht wenn es für immer so bleibt.“, beschreibt es Gänsdorfer gegenüber dem Wiener Bezirksblatt. Und er ist nicht der Einzige der Grund zu klagen hat. Dieser Tenor ist überall zu hören.
Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Peter Sverak unterstützt und begründet den Schritt zur Petition: „Schon heute ist der Parkplatzdruck in Alt-Hietzing enorm – weitere Stellplätze zu streichen, gefährdet die Erreichbarkeit und damit die wirtschaftliche Lebensader des Grätzls. Die Stadt muss die Radwegplanung überarbeiten: Unsere Geschäftstreibenden dürfen dabei nicht unter die Räder kommen.“
Hier ist der Link zur Online Petition mit ID Austria:
www.wien.gv.at/petition/online/PetitionDetail.aspx?PetID=c70a7efade964cb28b91bee1a701e529

