Wechseljahre betreffen viele Frauen – doch noch immer bleiben Fragen offen und Beschwerden lange unerkannt. Beim 4. Wechselweise MenoDay holten sich rund 700 Besucherinnen Informationen aus erster Hand.
Ein Höhepunkt: der MenoAward für Expertin Petra Stute.
Hormone im Wandel
Was verändert sich, wenn die Hormone sich verändern? Welche Beschwerden können mit den Wechseljahren zusammenhängen? Und wie lässt sich die medizinische Versorgung verbessern? Diese Fragen standen am 18. Oktober beim 4. Wechselweise MenoDay in Wien im Mittelpunkt.
Anlässlich des internationalen Welt-Menopausen-Tages brachte die vom Online-Portal Wechselweise.net organisierte Veranstaltung rund 700 Besucherinnen mit Fachleuten aus Medizin und Wissenschaft zusammen. Unter dem Motto „Gendermedizin: Frauengesundheit besser verstehen“ gab es Raum für Information, persönliche Fragen und Erfahrungsaustausch.
Wissen statt Tabus
Über zeitgemäße Hormontherapie sprach Petra Stute, Präsidentin der Europäischen Menopause und Andropause Gesellschaft (EMAS). Gemeinsam mit dem österreichischen Hormonforscher Johannes Huber diskutierte sie darüber, welche gesundheitliche Begleitung Frauen in der Lebensmitte brauchen.
Für eine wirksame nationale Menopausen-Strategie braucht es laut Stute vier Grundlagen: eine gut informierte Bevölkerung, umfassende Aus- und Weiterbildung medizinischer Fachpersonen, einen flächendeckenden Zugang zu guter Versorgung und mehr Forschung.
Gemeinsam behandeln
Huber machte deutlich, dass das Thema weit über die Gynäkologie hinausreicht: „Die Wechseljahre sind kein isoliertes gynäkologisches Ereignis.“ Auch Fachleute aus Innerer Medizin, Orthopädie, Urologie und Neurologie müssten wissen, welche Auswirkungen hormonelle Veränderungen auf ihr jeweiliges Fachgebiet haben. Er sprach sich deshalb für ein eigenes Ordinariat für ganzheitliche, fächerübergreifende Frauenmedizin aus.
Weitere Vorträge widmeten sich gesundheitlichen Veränderungen, deren Zusammenhang mit den Wechseljahren häufig übersehen wird. Waltraud Stromer, Vizepräsidentin der Österreichischen Schmerzgesellschaft, beleuchtete etwa geschlechtsspezifische Unterschiede beim Schmerz und seiner Behandlung.
Preis für Aufklärung
Ein besonderer Moment war die Verleihung des dritten Wechselweise MenoAwards. Wechselweise-Gründerin Veronika Pelikan überreichte die Auszeichnung an Petra Stute für die Gründung des gemeinnützigen Vereins MenoQueens. Dieser vermittelt aktuelle Erkenntnisse zur Menopause an medizinische Fachpersonen und interessierte Frauen.
Pelikan würdigte insbesondere Stutes Fähigkeit, komplexe Themen verständlich und auf Augenhöhe zu erklären. Mit dem MenoAward 2026 wurde damit ein Engagement ausgezeichnet, das Wissen zugänglich macht und dazu beiträgt, die Wechseljahre aus der Tabuzone zu holen.
Weitere Informationen: www.wechselweise.net/menoday






