Ich schreibe für eine Freundin

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Um mich herum wird geniest und geschnieft. Erkältungszeit. Ein neues Coronavirus soll angeblich auch mitmischen, wie genau, weiß keiner. Aber sicher schlimm. Sagen diejenigen, die glauben, dass es sie schon erwischt hat. Oder zumindest erwischen könnte. Wenn einen das neue „Nichts-Genaues-weiß-man-nicht-“Virus möglicherweise gestreift hat, etwa in Form eines durchaus befreiend klingenden Niesanfalles, ist die Katastrophe greifbar.

Dann kommt es knüppeldick. Sagen diejenigen, die bei 36,8 Grad Körpertemperatur mit einer Thermosflasche Anti-Grippe-Tee, dicken Socken und einer bis über die Ohren gezogenen Haube unter der Bettdecke verschwinden, irgendwas von „Ausschwitzen“ murmeln und auf palliative Betreuung hoffen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich schreibe hier für eine Freundin! ICH kenne selbstverständlich keinen Mann, der mit Männergrippe-Symptomen den sterbenden Schwan spielt. Was heißt spielt! Die Freundin sagt, der Mann in ihrem Haus ist leicht verkühlt und würde den Kostüm-Wettbewerb „Wandelndes Elend“ auf der Stelle gewinnen. Sie sagt, der Mann hält ihr seit Tagen jeden Morgen und Abend anstelle eines Morgen- bzw. Abend-Bussis die Stirn entgegen und fragt mit gebrochener Stimme: „Hab’ ich Fieber?“ Sie sagt, seine Stirn sei durchgängig angenehm kühl, also antwortet sie mit „NEIN!“. Daraufhin misst der Mann seine Temperatur in (fast) allen verfügbaren Körperöffnungen und murmelt, dass Untertemperatur ein ganz schlechtes Zeichen sei. Ich glaube, ich muss dringend zu meiner Freundin ziehen.

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