„Wien schützt Medienvielfalt als demokratische Infrastruktur. Künstliche Intelligenz verändert Produktion, Verbreitung und Finanzierung von Medien grundlegend. Deshalb braucht es klare Strategien, starke Partnerschaften und eine koordinierende Stelle, die Innovation und Schutz gleichermaßen im Blick hat.“

…betont Wiens Bürgermeister Michael Ludwig.

Medien unter Druck der digitalen Giganten

Internationale Plattformkonzerne verschieben seit Jahren erhebliche Werbebudgets aus nationalen Märkten. Gleichzeitig verändern KI-gestützte Systeme die Art, wie Informationen konsumiert werden. Neue digitale „Gatekeeper“ beeinflussen Reichweiten, Geschäftsmodelle und die Sichtbarkeit klassischer Medienangebote.

Neben wirtschaftlichen Herausforderungen entstehen auch demokratiepolitische Risiken: Deepfakes, synthetische Inhalte und automatisierte Desinformation gefährden Glaubwürdigkeit und Vertrauen. „KI ist eine enorme Chance für Innovation, darf aber nicht zu einem Ausverkauf geistigen Eigentums oder zu einer Schwächung demokratischer Öffentlichkeit führen. Wien setzt hier bewusst auf einen wertebasierten Ansatz“, so Ludwig.

Medieninitiative wird fortgesetzt

Bereits seit 2019 stärkt die Stadt mit der Wiener Medieninitiative qualitative Medienprojekte und digitale Innovation. Insgesamt wurden bisher 318 Projekte mit rund elf Millionen Euro gefördert. Im Rahmen der jüngsten Regierungsklausur wurde die Initiative mit weiteren sechs Millionen Euro für die kommenden Jahre abgesichert.

Ab März 2026 startet eine neue Förderrunde in Höhe von 600.000 Euro. Ein Schwerpunkt liegt auf Projekten, die Arbeitsplätze sichern oder neu schaffen. Auch der Frauenbonus zur Stärkung von Frauen in leitenden Medienfunktionen wird fortgeführt.

Neues Kompetenzzentrum bei der Wien Holding

Zusätzlich wurde bei der Wien Holding das Artificial Intelligence-Medienkompetenzzentrum (AIMK) gegründet. Es soll Kompetenzen aus Medienhäusern, Digitalwirtschaft, Start-ups, Wissenschaft und öffentlicher Hand bündeln.

Die Leitung des AIMK ist zugleich die Funktion des neuen Bevollmächtigten. „Für den Standort Wien ist es entscheidend, die Transformation aktiv zu gestalten. Dafür entwickeln wir jetzt ein klares, strategisches Programm mit internationaler Ausrichtung. Mit dem umfassenden Know-how unseres Bevollmächtigten stärken wir Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftschancen am Standort“, unterstreicht Stadträtin Barbara Novak.

Alexander Wrabetz übernimmt Funktion

Zum Bevollmächtigten wird Alexander Wrabetz bestellt. Der Jurist war von 2007 bis 2021 Generaldirektor des ORF und verfügt über langjährige Erfahrung im Medienmanagement sowie in Digitalisierungs- und Transformationsprozessen.

Zu seinen Aufgaben zählen unter anderem:

  • die Weiterentwicklung eines Rahmens für den KI-Einsatz in Medien auf Basis des Digitalen Humanismus,
  • die Sicherung und Durchsetzung von Urheberrechten im KI-Kontext,
  • die Entwicklung von Instrumenten zur Identifikation und Abwehr von Deepfakes,
  • die Förderung KI-basierter Innovationen und neuer Wertschöpfungsketten,
  • die Mobilisierung nationaler und internationaler Fördermittel sowie
  • der Aufbau gezielter Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme.

Mit der Bestellung unterstreicht die Stadt Wien ihren Anspruch, den Medienstandort nachhaltig zu stärken, Innovation zu fördern und demokratische Resilienz im digitalen Zeitalter abzusichern.