AMS Floridsdorf: Weiterbildung vor Umschulung

Zwar ist die Zahl der Jobsuchenden in Floridsdorf gegenüber dem Vorjahr spürbar zurückgegangen – sie liegt ­jedoch noch weit über Vorkrisenniveau: Ende März dieses Jahres waren in Floridsdorf 10.488 Personen arbeitslos gemeldet – um etwa 2.200 weniger als vor einem Jahr, jedoch um rund 2.000 mehr als vor zwei Jahren, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

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AMS plädiert für Höherqualifizierung

„Die Krise hat die Probleme in fast allen Bereichen verstärkt“, sagt Marianne Heinisch, Leiterin des AMS Floridsdorf. Ihre Sorge gilt auch den Betrieben: „Was wird sein, wenn die Stundungen von Sozialversicherung und Finanzamt auslaufen?“
Arbeitssuchenden rät sie zu Aus- und Weiterbildung. Knapp die Hälfte aller Arbeitslosen verfüge maximal über einen Pflichtschulabschluss, besitze somit keinen Lehrabschluss. Speziell bei den Deutschkenntnissen ortet Heinisch große Defizite.
Dass manche Leute derzeit keine Kurse besuchen wollten, liege an zwei Dingen: „Obwohl unsere Kurse hohe Hygienestandards haben, fürchten sich viele Menschen vor einer Ansteckung – andere wiederum hoffen, bald in ihren alten Beruf zurückzukehren.“
Dabei müssten sich Jobsuchende nicht unbedingt für eine neue Branche umschulen lassen: „Höherqualifizierungen sind auch im eigenen Bereich möglich“, so Heinisch.