BirdLife präsentiert Ergebnis der Wintervogel-Studie

©Lisa Lugerbauer

Österreich hat sein größtes Citizen Science-Projekt, die „Stunde der Wintervögel“, erfolgreich durchgeführt. 24.532 Teilnehmende haben ihre Zählergebnisse an die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich übermittelt.

Top 3 Wintervögel in Wien

2.431 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählten in Wien rund 16 Vögel pro Garten. Drei Vögel weniger als im Vorjahr.

Die Kohlmeise behauptete ihren Spitzenplatz, war jedoch um ein Drittel seltener in Wien zu beobachten (minus 38,8%). Auf Platz 2 folgte die Aaskrähe, bei der eine leichte Zunahme gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war, nachdem die Krähen in der Vergangenheit deutlich im Winterbestand abgenommen hatten. Auf Platz 3 flog der Haussperling (Spatz), auf gleichem Niveau wie im Vorjahr und von jedem fünften Teilnehmenden in der Bundeshauptstadt gesichtet.

Die Zunahmen von Straßentaube, Stieglitz und Aaskrähe könnten auf ein vermehrtes Zählen in Wiener Parkanlagen zurückzuführen sein.

Teilnahme österreichweit

Die Vogelschutzorganization BirdLife Österreich hat einen neuen Teilnehmerrekord bei der jährlichen „Stunde der Wintervögel“ verkündet. 24.532 Naturbegeisterte haben insgesamt 474.554 Vögel aus dem winterlichen Siedlungsraum gemeldet, was einem Anstieg von etwa 5% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Allerdings gab es auch eine negative Entwicklung: In 458 Gärten wurde kein einziger Vogel gesichtet, was einer Steigerung von fast zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Seit 2011 haben insgesamt 152.614 Teilnehmerinnen und Teilnehmer 3.799.012 Wintervögel im winterlichen Siedlungsraum gemeldet.

Falscher Frühling

Experten vermuten, dass der falsche Frühling zu Jahresbeginn für das veränderte Vogelverhalten im Winter verantwortlich sein könnte. Die Ergebnisse dieser jährlichen Zählung sind wichtig für die Vogelschutzorganisationen, um Trends im Vogelbestand zu erkennen und angemessene Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

„Die Vögel waren witterungsgünstige Selbstversorger!“, erfasst Gábor Wichmann: „Sie hielten sich am Zählwochenende (6.-8.1.2023) eher außerhalb unserer Städte und Dörfer auf. Denn, es war ausreichend natürliche Nahrung vorhanden, weil wichtige Nahrungsbäume wie Fichten und Buchen im vergangenen Herbst erneut besonders viele Früchte ausbildeten, die zu Jahresbeginn kaum von Eis oder Schnee bedeckt waren. Aufgrund der Klimaerwärmung häufen sich in den letzten zehn Jahren derartige Mastjahre.“

Die nächste Stunde der Wintervögel findet von 5. bis 7. Jänner 2024 statt.

Mehr Infos zu den Ergebnissen unter www.stunde-der-wintervoegel.at