Das Schloss Schönbrunn mit seinen Gärten sowie der Tiergarten Schönbrunn sind die beiden meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs und gleichzeitig ein bedeutendes Naherholungsgebiet für die Wiener Bevölkerung. Mit der Öffnung des Engelstors wird ein zusätzlicher Zugang zum Schlosspark geschaffen, der insbesondere für Besucher, die über die Kennedybrücke mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, eine direkte Verbindung zum Areal ermöglicht.

„Mit der Öffnung des Engelstors machen wir Schönbrunn an einer weiteren Stelle zugänglich – für unsere Gäste ebenso wie für die Menschen in Hietzing. Uns war wichtig, gemeinsam mit dem Tiergarten Schönbrunn, dem KHM-Museumsverband und den Bundesgärten eine Lösung zu schaffen, die dem Areal, den Besucherinnen und Besuchern und auch der Nachbarschaft gleichermaßen gerecht wird“, sagt Mag. Klaus Panholzer, Geschäftsführer der Schönbrunn Group.

Die Koordination des Projekts erfolgt über den Tiergarten, der als Bauwerber auftritt. „ Unseren Gästen, die mit der U-Bahn anreisen, ermöglicht die Öffnung des Engelstors künftig einen direkten Zugang zum Schlosspark. Anstatt entlang der stark frequentierten Straße zu gehen, können sie bequem durch den wunderschönen Schlosspark zum Haupteingang des Tiergartens schlendern“, so Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.

Historisches Vorbild für neue Portierloge

Zentraler Bestandteil des Projekts ist die Errichtung einer Portierloge innerhalb der Schlossmauern im Eingangsbereich des Engelstors, um den Zugang zu betreuen. Zusätzlich wird als Sicherheitsmaßnahme eine Polleranlage installiert, wie sie bereits bei den anderen Toren des Schlossparks zum Einsatz kommt. Das Engelstor wird künftig für Fußgänger sowie für Einsatzfahrzeuge geöffnet. Die Portierloge orientiert sich architektonisch an der historischen „Wachstube“, die sich früher am Engelstor befand und nach Kriegsschäden und vermutlich im Zuge der Neugestaltung der Kennedybrücke abgetragen wurde.

Die neue Portierloge orientiert sich am historischen Vorbild © Schönbrunn Group

Die neue Portierloge orientiert sich am historischen Vorbild © Schönbrunn Group

Grundlage der Planung war ein historisches Foto, auf Basis dessen eine Studie vom Atelier Architekt DI Georg Töpfer erstellt wurde, die von der Magistratsabteilung 19 und dem Bundesdenkmalamt positiv beurteilt wurde. „Die große Herausforderung bestand darin, auf Basis sehr weniger historischer Grundlagen ein Gebäude zu rekonstruieren. Nachdem sich das Gebäude innerhalb eines UNESCO-Welterbeareals befindet, wurde diese Vorgangsweise von allen Beteiligten bevorzugt. Die Rekonstruktion dieses historischen Bauwerks war daher eine besondere Aufgabe“, erklärt Architekt DI Georg Töpfer, der bereits für zahlreiche Restaurierungsprojekte im Schloss Schönbrunn verantwortlich zeichnet.

Die Fertigstellung und Öffnung des neuen Zugangs sind für Herbst 2026 geplant.