Schon am Vormittag wurde es emotional. Ab 8.30 Uhr fuhren Franz Klammer und Bernhard Russi gemeinsam die Originalstrecke von Innsbruck 1976 ab – begleitet von zahlreichen Ski-Größen wie Annemarie Moser-Pröll, Maria Riesch, Leonhard Stock, Andre Arnold oder Peter Runggaldier.
Beide waren sich dabei einig: Der entscheidende Moment von damals liegt in der zweiten Streckenhälfte. Klammer habe die Abfahrt 1976 mit einer „neuen Linie“ gewonnen. Und Russi? Der suchte auch 50 Jahre später noch – und fand sie nicht: Die berühmten 33 Hundertstel blieben erneut außer Reichweite.
Legendenrennen: Team Russi gewinnt – aber Klammer schlägt Russi erneut
Am Nachmittag wurde es dann richtig unterhaltsam: Im Zielhang der Patscherkofelbahn traten Team Klammer und Team Russi gegeneinander an. Mit dabei auf der Klammer-Seite unter anderem Alex Pointner, Hannes Reichelt, Günter Mader, Marcus Wasmeier, Annemarie Moser-Pröll und Fritz Strobl. Für Team Russi gingen etwa Maria Riesch, Manfred Pranger, Peter Runggaldier, Andre Arnold, Leonhard Stock und Franz Weber an den Start.
Das Prinzip: Nach einem ersten Lauf ging es darum, die prognostizierte Zeit möglichst genau einzuhalten. Und hier hatte Team Russi diesmal die Nase vorne: 0,38 Sekunden Abweichung gegen 0,42 Sekunden.
Damit war für Bernhard Russi zumindest das „Seelenheil“ gerettet: Endlich ein Sieg am Patscherkofel – wenn auch im Team.
Doch im direkten Duell blieb alles beim Alten: Klammer fuhr 25,50 Sekunden, Russi 26,90 Sekunden.
Zeitzeugengespräch im Landhaus: Hunderte lauschten dem Skikaiser
Auch abseits der Piste war der Andrang groß. ORF Tirol und die Tiroler Tageszeitung luden zum Zeitzeugengespräch ins Landhaus. Galerie und Saal waren voll – Hunderte wollten den Skikaiser live erleben.
Unter den Gästen: Landeshauptmann Toni Mattle, Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber, Ski-Funktionär Klaus Leistner, Klammers Ehefrau Eva Klammer sowie Speed-Weltrekordler Franz Weber.
Kinoabend mit „Chasing the Line“: Klammer eröffnet selbst
Den Abschluss bildete eine Vorführung des Films „Chasing the Line“ im Metropol Kino. Über 100 Zuschauer kamen – und Klammer eröffnete die Vorstellung persönlich.
Mit einem Augenzwinkern meinte er:
„Das tolle an dem Rennen ist, dass wenn immer ich mir das anschaue, ich gewinne immer.“
Der Reinerlös ging an die Franz Klammer Foundation – allein durch diese Aktion kamen 2.000 Euro zusammen.
205.000 Euro für die Franz Klammer Foundation
Am Ende stand nicht nur ein sportlicher Sieger fest, sondern vor allem ein finanzieller: Insgesamt wurden in zwei Tagen 205.000 Euro für Projekte der Franz Klammer Foundation gesammelt.
Nach 183.000 Euro zum Auftakt kamen weitere 22.000 Euro hinzu – unter anderem durch:
- die Kinoaktion
- die Versteigerung eines Real-Madrid-Trikots (ermöglicht durch „Innsbruck Tourismus“)
- sowie die Versteigerung eines Skitages mit Franz Klammer
Klammer zeigte sich tief bewegt:
„Ein unglaubliches Ergebnis – die 2 Tage waren eine Zeitreise mit Freunden. Ich habe jede Sekunde genossen und bin extrem dankbar allen Unterstützern.“
Fans ganz nah dran: 1.000 Selfies und Autogramme
Rund 1.000 Fans nutzten den Tag, um Klammer und Russi ganz nahe zu kommen – mit Autogrammen, Selfies und vielen Erinnerungsfotos. Ein Jubiläum, das zeigte: Manche Legenden altern nicht. Sie werden nur noch größer.

Franz Klammer Maria Riesch Bernhard Russi Annemarie Moser Pröll Hannes Reichelt Fritz Strobl Leonhard Stock. ©Alexander Rieck, www.FranzKlammerFoundation.com