Nie zuvor wurden in der österreichischen Hauptstadt so viele Unternehmen neu gegründet wie im vergangenen Jahr. Mit einem Zuwachs von 9,2 Prozent auf insgesamt 10.995 Neugründungen belegt Wien einmal mehr seine Rolle als Gründerhauptstadt des Landes, und zwar auf einem Niveau, das international Wien als attraktiven Start-up‑Standort ins Auge fassen lässt.

Im Bereich Information und Consulting gab es 2025 um 17,1 Prozent mehr Firmengründungen. © Freepik.com

Im Bereich Information und Consulting gab es 2025 um 17,1 Prozent mehr Firmengründungen. © Freepik.com

Wien verzeichnet wachsende Gründerszene

Im Jahr 2025 wurden in Wien knapp 11.000 neue Unternehmen registriert. Das ist ein Plus von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit entfiel etwa ein Viertel aller österreichweit gegründeten Firmen auf die Bundeshauptstadt. Besonders dynamisch zeigte sich die Sparte Information & Consulting mit einem Anstieg von über 17 Prozent. Ihr folgen Gewerbe‑ und Handwerksbetriebe, die rund ein Drittel aller Neugründungen ausmachen.

Wirtschaftskammer Wien‑Präsident Walter Ruck kommentiert den Rekord als eindeutigen Beleg für Wiens Attraktivität.

Wien ist der beste Platz für Wirtschaftstreibende und die, die es werden wollen.“

Damit bringt Ruck die Entwicklung einer vielfältigen und wachsenden Gründerszene auf den Punkt, die von innovativen Tech‑Ideen bis zu handwerklicher Tradition reicht.

Die meisten Firmengründer:innen gibt es in der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren. © Freepik.com

Die meisten Firmengründer:innen gibt es in der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren. © Freepik.com

Junge Gründer, starke Wirtschaftsimpulse

Die Gründerinnen und Gründer Wiens sind bemerkenswert jung und ambitioniert. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 36 Jahren, die größte Gruppe stammt aus dem 30- bis 40‑Jahre‑Segment, gefolgt von Entrepreneuren zwischen 20 und 30 Jahren. Fast drei Viertel geben an, dass Flexibilität und die Möglichkeit, ihr eigener Chef zu sein, zu den wichtigsten Gründen für die Selbstständigkeit zählen.

Doch der Boom ist mehr als ein Stimmungsindikator. Die Neugründungen erzielten 2025 eine direkte Wertschöpfung von etwa 896 Millionen Euro – rund 0,84 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Wiens – und entfalten mit vor‑ und nachgelagerten Effekten einen Multiplikator von rund 1,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig wurden durch die neuen Firmen rund 13.000 Arbeitsplätze geschaffen und mehr als 630 Millionen Euro an Steuern und Abgaben geleistet.

Zunehmen mehr Wiener Unternehmen beantragen Förderungen für Digitalisierungsschritte mit KI-Bezug. © Freepik.com

Zunehmend mehr Wiener Unternehmen beantragen Förderungen für Digitalisierungsschritte mit KI-Bezug. © Freepik.com

Vielfalt, Innovation und Netzwerk‑Kultur

Was durch Zahlen allein nicht sichtbar wird, ist die lebendige Gründerszene, die Wien prägt. Events wie das internationale ViennaUP Festival bündeln Kreative, Investoren und Visionäre und tragen zur Vernetzung bei. Zudem zeigt ein Rekord bei Förderanträgen, dass Wiener Unternehmen verstärkt in Digitalisierung, Nahversorgung und Kreativwirtschaft investieren, zunehmend auch mit KI‑Bezug.

Internationale Unternehmen und Investoren ziehen ebenfalls die Stadt in Betracht, was nicht zuletzt den Standortcharakter Wiens unterstreicht. Bereits 2024 haben über 200 ausländische Firmen aus fast 50 Nationen investiert, ein positives Signal für Stabilität und Wachstum.

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