Ein dreifach Hoch auf diese „hohen Drei“ ihres Faches

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Dieter Chmelar über … ein altbewährtes Trio von Erzkomödianten, das „jüngst“ runde Geburtstage zelebrierte: Christoph Fälbl wurde 60, Andy Vitásek 70 und die Jazz Gitti 80. Große Gratulationen mit kleinen Geheimnissen.

Den Schalk im Nacken haben ja so manche „Bühnentiere“ – aber Christoph Fälbl (ge-boren am 6. Mai 1966) ist ein Ganzkörper-Entertainer, und zwar vom schütteren Scheitel bis zur kessen Sohle. Der „Serientäter“ (Kaisermühlen Blues, Dolce Vita, Tohuwabohu) beging seinen 60er im ausverkauften Gloria Theater mit unbezahlbaren Kollegen, von Reinhard Nowak über Gerald Fleischhacker bis Adriana Zartl. Fälbl gedachte dabei zweier (leider verlorener) Leit-figuren seines -Lebens: Ex-Prinzipal Gerald Pichowetz und Stiefvater Peter Lodynski. Der vor fünf Jahren mit fast 85 verstorbene „Tateleben“ hatte den „Gstermel“, wie sie -einander zärtlich nannten, einst als „Zuwaag“ hingenommen, um die angebetete Mama Fälbl zu gewinnen. Als hochdekorierter Komiker wusste Lodynski sehr bald über das Talent des Juniors Bescheid. Ein Talent, das sich seit jeher auch in der Improvisation weist – Fälbl bringt mit Vorliebe Kollegen auf offener Bühne zum Lachen. Etwa, wie mir Joesi Prokopetz einmal steckte, indem er dem konzen-trierten Partner, vom Publikum unbemerkt, zuflüstert: „Waaßt wos, i glaub, i hob jetz an fahren lassen.“ Auch so hinterlässt man Duftmarken … -Gratuliere, flatuliere!

DEBÜT VOR 20 LEUTEN

„70 ist das neue 69“, scherzte Andreas Vitásek (ge-boren am 1. Mai 1956) am -Vorabend seines Ehren-tages. „Im Kopf bin ich immer noch 35, aber in den Knien 90.“ Die Materialermüdung in den „Scharnierln“ verdankt der begnadete Schauspieler, Kabarettist und -Intendant der Pantomime- und Ausdruckstanzausbildung in Paris, dem Fußball (als Stopper bei „Straßenbahn“), dem Kampfsport Aikido und dem Tennis. Dort faszinierte er vor gut 30 Jahren bei einem Promi-Charity-Turnier seine Doppelpartnerin, eine sportive Kanzlergattin, weniger durch Smash und Slice als durch Schmäh und Schabernack. Beim Shakehands am Netz sagte sie zu ihm: „Hören S’, Sie sind so lustig, Sie sollten irgendwas mit Comedy machen!“ Das erinnerte den Favoritner Großmeister der Kleinkunst an seinen allerersten Auftritt: „Am 3.10.

1981 in der Volkshochschule Margareten, vor 20 Leuten, von denen ich nur vier NICHT kannte.“ Vitáseks -Lebensweisheit: „Jeder Umweg, den ich ging, war richtig und wichtig.“

HEITERKEIT IM „HÄFN“

Alle achtzig! Als die Jazz Gitti (bürgerlich Martha Butbul, -geboren am 13. Mai 1946) den Marchfelderhof bis weit nach Mitternacht zum Beben brachte, lief ein liebevoller Lebensfilm der launigen Legende über die Leinwand. Angesichts der Archiv-bilder ihres jungen (164 Kilo schweren!) Ichs erklärte die gefeierte Unverwüstliche: „Ich hab ausg’schaut wia a Mozartkugel – und ich war zum Vernaschen.“

Die wichtigste Weisheit für ihre Karriere als Mensch und als Künstlerin verdankt sie ihrer Mutter: „Die hat mir geraten: Sag immer die Wahrheit, dann musst dir nix merken.“ Thomas Strobl, der geniale Chef ihrer Haus-, Hof- und Herzenscombo „Discokiller“ und Schöpfer ihrer größten Hits wie „A Wunder“, verriet in seiner von Lachsalven unterlegten Laudatio den vielleicht unvergesslichsten Auftritt der Jubilarin – vor vielen Jahren in einer berühmten Haftanstalt vor lauter hin- und hergerissenen Häfnbrüdern: „Die Gittl -begann mit den Worten ,Schee, dass ihr olle da seids!‘ und endete mit der Zugabe ,Kränk di net.‘ Na ja, immer noch besser, als wenn sie das erfolgreichste Lied von Johnny Logan gecovert hätte – ,What’s another year?‘“

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