Seit 1873 erhebt sich die imposante Fontäne des Hochstrahlbrunnens majestätisch über den Schwarzenbergplatz – ein Symbol für Wiens hochwertige Wasserversorgung und zugleich beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Nach über 150 Jahren ist eine umfassende Sanierung notwendig, um den Betrieb des historischen Denkmals langfristig zu sichern.

Legendäres Wahrzeichen der Stadt

Der Hochstrahlbrunnen ist nicht nur ein architektonisches Schmuckstück, sondern auch ein Zeugnis der städtischen Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts. Mit der Fertigstellung der I. Wiener Hochquellenleitung 1873 markierte seine Eröffnung durch Kaiser Franz Josef und Bürgermeister Cajetan Felder den Beginn einer modernen Wasserversorgung für die Stadt. Heute zeigt eine aktuelle Studie, dass sowohl die Bausubstanz als auch die technischen Anlagen Schäden aufweisen, eine Sanierung ist daher unumgänglich.

Der Hochstrahlbrunnen begeistert die Menschen bei Tag und Nacht. Mit der Sanierung sichern wir seine Strahlkraft für kommende Generationen“,

betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Unter fachlicher Begleitung des Bundesdenkmalamts wird das historische Steinmaterial instandgesetzt und detailgetreu neu aufgebaut, während moderne Technik für Energie- und Wassereffizienz sorgt.

Faszinierende Details am Brunnen

Die Gestaltung des Brunnens ist ein Meisterwerk symbolischer Architektur. Am Beckenrand repräsentieren 365 kleine Fontänen die Tage des Jahres, die sechs Brunnenschlösser auf der Insel die Wochentage. Zwölf hohe Strahlen stehen für die Monate, 24 niedrige für die Stunden des Tages, und 30 Strahlen auf der Insel für die Tage des Monats.

Diese detailreiche Symbolik macht den Hochstrahlbrunnen zu einem einmaligen Erlebnis für Touristen und Wienerinnen und Wiener gleichermaßen. Wiener-Wasser-Chef Paul Hellmeier unterstreicht die historische Bedeutung: „Die Inbetriebnahme des Hochstrahlbrunnens war ein Meilenstein in der Geschichte der städtischen Wasserversorgung und ein Fortschritt für die öffentliche Gesundheit.“

Sanierung um 12 Millionen bis 2029

Die Sanierung beginnt Ende 2027 und soll bis zum Beginn der Brunnensaison 2029 abgeschlossen sein. Für die aufwendige Restaurierung sind 12 Millionen Euro vorgesehen, die auf mehrere Jahresraten verteilt werden. Die baulichen Arbeiten umfassen die Erneuerung der Brunnenstube, der technischen Anlagen sowie die Restaurierung der historischen Steine.

Vorarbeiten starten bereits heuer, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Der Hochstrahlbrunnen bleibt während der Sanierung außer Betrieb, doch die Vorfreude ist groß. Mit moderner LED-Technik und einem sensorgesteuerten Hochstrahl wird er nach Abschluss der Arbeiten erneut zum leuchtenden Mittelpunkt des Schwarzenbergplatzes.