Täglich sind mehr als 2,4 Millionen Menschen mit den Öffis in Wien unterwegs. Da treffen unterschiedlichste Lebensrhythmen, Geräuschkulissen und Essensdüfte aufeinander. Was für manche harmlos wirkt, kann für andere schnell zum Ärgernis werden. Genau hier setzt die neue Bewusstseinskampagne der Wiener Linien mit typisch wienerischem Humor, klaren Regeln und einer großen Portion Augenzwinkern an.
Und alle nehmen live in der Bim teil
Lautsprecher-Telefonate, Videos ohne Kopfhörer oder Musikbeschallung für den ganzen Waggon: Was manche Fahrgäste kaum wahrnehmen, empfinden viele andere als störend. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Wiener Linien zeigt das deutlich. 86 Prozent der Befragten fühlen sich durch lautes Telefonieren gestört, während nur neun Prozent zugeben, selbst schon einmal so telefoniert oder Videos ohne Kopfhörer geschaut zu haben.
Diese Wahrnehmungslücke macht deutlich, warum Bewusstseinsarbeit notwendig ist.
Wo täglich Millionen Menschen aufeinandertreffen, braucht es klare Spielregeln und gegenseitige Rücksichtnahme“,
betont Öffi-Stadträtin Ulli Sima. Schließlich seien die Öffis ein gemeinsamer Raum, in dem respektvolles Verhalten für ein angenehmes Miteinander sorgt.

Keine Frage, ein frisches Leberkäsesemmerl ist köstlich. – Schmeckt aber noch besser in Ruhe gegessen auf dem Bankerl im Freien, am Würstelstand oder Zuhause. © Wiener Linien
Fehlverhalten aufzeigen mit Wiener Schmäh
Mit überzeichneten Motiven greift die Kampagne typische Alltagssituationen auf: ein riesiges Handy, das den ganzen Waggon beschallt, eine überdimensionale Leberkäsesemmel oder ein Rucksack, der mehr Platz braucht als sein Besitzer. Die Botschaft dahinter ist simpel: Was für eine Person nicht als störend empfunden wird, kann für andere schnell zur großen Belastung werden.
Der Claim „Host kan Genierer?“ spielt dabei bewusst mit dem berühmten Wiener Schmäh. Er erinnert daran, dass Rücksicht nicht nur eine Regel ist, sondern auch Teil der Wiener Alltagskultur. Ab 9. März sind die Plakate im gesamten Stadtgebiet zu sehen, begleitet von Social-Media-Posts, Durchsagen in Stationen und verstärkten Kontrollen.
Song „Ka Genierer“: Dir egal, für andere Qual
Auch ein eigener Song macht auf mehr Respekt in den Öffis aufmerksam: „Ka Genierer“, der musikalisch an den Klassiker „I bin a Kniera“ von Georg Danzer anknüpft. Die neu interpretierte Version erzählt mit Humor vom Öffi-Alltag und davon, wie das eigene Verhalten andere beeinflusst.
Für die Wiener Linien ist die Botschaft klar, dass Rücksichtnahme keine Nebensache ist, sondern Grundlage für ein funktionierendes Mobilitätssystem. Neben der Bewusstseinskampagne setzen sie deshalb auch auf verstärkte Kontrollen und Ermahnungen bei Fehlverhalten.
Denn wenn alle ein bisschen mehr Rücksicht aufeinander nehmen, ist man mit den Öffis in Wien nicht nur schneller, sondern auch entspannter unterwegs.