Zwischen Donau, Stadtraum und globalen Krisen positioniert sich das KunstHausWien einmal mehr als Ort des Nachdenkens und des Dialogs. Das Programm für 2026 spannt einen erzählerischen Bogen von planetaren Stoffwechseln über queere Ökologien bis hin zu Saatgut als Symbol für die Zukunft. Ein Jahr, das Kunst nicht nur zeigt, sondern wirksam werden lässt.
Museum im Zeichen planetarer Zusammenhänge
Noch bis 25. Jänner ist „Fuzzy Earth. The Belly Knows Before the Brain“ zu sehen, eine Ausstellung, die den Körper als Wissensspeicher ernst nimmt. Kuratiert von Stephan Kuss und Veronika Hackl, verknüpft sie menschlichen Stoffwechsel mit den organischen Kreisläufen der Erde. Mikroorganismen, Verdauung und planetarische Balance werden zu einer eindringlichen Metapher für ein aus dem Gleichgewicht geratenes System.
„Normale Katastrophe“, die erste große institutionelle Einzelausstellung von Julius von Bismarck in Österreich, kann noch bis 8. März besucht werden. Mit spektakulären Bildern und Experimenten hinterfragt der Künstler unsere Wahrnehmung von Natur und die Selbstverständlichkeit, mit der wir ihre Zerstörung hinnehmen.
Kunst als Labor für eine nachhaltige Stadt
Im Frühjahr (9. April-10. Mai) wird das KunstHausWien zur Festivalzentrale der Klima Biennale Wien 2026. Unter der Leitung von Sithara Pathirana verwandelt sich die Stadt in ein offenes Labor für nachhaltige Zukünfte, mit starkem Fokus auf den öffentlichen Raum und neuen Kooperationen rund um den Karlsplatz.
Parallel dazu öffnet die große Gruppenausstellung „Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures“ (10. April 2026-14. Februar 2027) den Blick auf Saatgut als kulturelles, politisches und ökologisches Symbol.13 internationale Künstlern thematisieren Migration, Kolonialismus, Biodiversität und Ernährungssouveränität und erzählen von Widerstand und regenerativen Visionen.
Queere Ökologien und neue Nachbarschaften
Mit „I Wish We Had More Time“ (10. April–9. August) zeigt das KunstHausWien erstmals eine Einzelausstellung des Institute of Queer Ecology in Österreich. Die Schau behandelt Verlust in seinen vielen Facetten: von zerstörten Ökosystemen bis zu Brüchen in queeren Geschichten.
Den Abschluss des Jahres bildet „Futurefarmers.Neighbour*ing“ (10. September 2026–3. Jänner 2027). In einer prozessorientierten Arbeit tritt Futurefarmers in Beziehung zur Donau als lebendige Nachbarin und Mitgestalterin urbanen Lebens. Ein poetischer Jahresausklang, der Gemeinschaft, Wachstum und Verantwortung neu denkt.