Nach dem erfolgreichen Auftakt im Café Landtmann ging das Festival am Samstag, 9. Mai 2026, mit einem weiteren starken Programmtag zu Ende. Zwischen 10 und 13 Uhr herrschte im Vestibül reges Kommen und Gehen. Zahlreiche Literaturbegeisterte nutzten den freien Eintritt, um aktuelle Neuerscheinungen österreichischer Autorinnen und Autoren kennenzulernen und mit den Schreibenden ins Gespräch zu kommen.
Zwischen Anti-Krimi und Zeitkritik
Den literarischen Auftakt machten Christian Klinger und Walter Posch. Klinger präsentierte seinen Roman „Giovanni, du stinkst!“ und sprach gemeinsam mit Dr. Ursula Scheidl über die Entstehung seines literarischen Anti-Krimis sowie seine enge Verbindung zu Italien.
Walter Posch wiederum nahm mit seinem Werk „Schräg gegen die Zeit“ aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen ins Visier. Mit scharfem Humor und pointierten Texten widmete er sich Themen wie geopolitischen Krisen, Klimawandel und gesellschaftlichen Umbrüchen.
Musik und Poesie als Höhepunkte
Für einen besonders atmosphärischen Moment sorgte Otto Brusatti mit „10 Neu – Duineser Elegien“. Gemeinsam mit Elias Kim an der Bratsche verband er Literatur und Musik zu einem eindrucksvollen Bühnenmoment.
Im Anschluss setzte die Poesiegalerie starke Akzente für die österreichische Lyrikszene. Daniela Chana mit „Affäre mit einem Erzähler“ sowie Barbara Pumhösel mit „Wortnester“ zeigten, wie aktuell und kraftvoll moderne Poesie sein kann.
Literatur mit gesellschaftlicher Relevanz
Auch gesellschaftspolitische Themen standen im Mittelpunkt des Festivalprogramms. Elena Messner präsentierte mit „Die Ablenkung“ einen Roman über politische Strukturen und gesellschaftliche Verantwortung.
Besonders eindrucksvoll war zudem der Auftritt von Marko Dinić mit „Buch der Gesichter“. Im Gespräch mit Ursula Scheidl sprach er über seine persönlichen Verbindungen zum Balkan, historische Erinnerungskultur und die Bedeutung von Literatur als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Emotionaler Abschluss mit Julya Rabinowich
Den Schlusspunkt setzte die vielfach ausgezeichnete Autorin Julya Rabinowich mit ihrem Werk „Mo & Moritz“. Die queere Liebesgeschichte über kulturelle Identität, Begegnung und gesellschaftliche Grenzen sorgte für einen emotionalen Abschluss des Festivals.
Vorfreude auf 2027
Mit insgesamt zwei Festivaltagen, rund 15 Stunden Literaturprogramm und zahlreichen renommierten Autorinnen und Autoren zeigte „Rund um die Burg“ auch 2026 eindrucksvoll, welchen Stellenwert Literatur in Österreich weiterhin hat. Viele Besucherinnen und Besucher machten das Festival erneut zu einem literarischen Treffpunkt mitten im Herzen Wiens. Die Vorfreude auf „Rund um die Burg“ 2027 ist bereits groß – der Termin soll in Kürze bekanntgegeben werden.

©Stefan Diesner

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