Währinger Lügenstein und andere Kostbarkeiten

(C) Krause: Schubert, Beethoven und Nestroy waren hier beigesetzt.
(C) Krause: Schubert, Beethoven und Nestroy waren hier beigesetzt.

Es gibt 40.000 denkmalgeschützte Objekte. Davon stehen etwa je ein Drittel im Privat-Eigentum oder gehören den Gemeinden oder Religionsgemeinschaften. Nur 3 % gehören der Republik.

Zum luckerten Stein

(C) Krause

Der Bezirk Währing weist eine besondere Denkmal-Dichte auf. Neben den vielen Statuen in Parkanlagen gibt es auch solche, die nicht so bekannt sind: etwa das Haus „Zum luckerten Stein“ in der Gentzgasse 72. Im Garten des Hauses steht eine 1,30 Meter hohe Steinsäule mit einem kreisrunden Loch. Der Stein, der dem Hof den Namen gibt, stand 1637 an der heutigen Währinger Straße und markierte einst die Gerichtsgrenze. Forschungen in der Sammlung örtlicher Rechtsvorschriften und Urteile ergaben, dass es sich um einen Lügenstein gehandelt hat. Wenn Tatverdächtige, deren Hand durch das Loch des Steines gesteckt und mit Stroh festgebunden wurde, sich über Nacht ohne fremde Hilfe befreien konnten, galt dies als Gottesurteil. Sie wurden freigelassen.

(C) Krause: Der „luckerte Stein war als eine Art Lügendetektor vom damaligen Ortsrichter eingesetzt worden.

Schubert-Grab

Der historische Lokalaugenschein kann im nahen Schubertpark fortgesetzt werden. Die prächtige Parkanlage ist auf dem Areal des ehemaligen Währinger Ortsfriedhofs angelegt worden. In diesem Totenhain fanden berühmte Personen wie die Komponisten Franz Schubert und Ludwig van Beethoven oder der Autor Johann Nestroy ihre letzten Ruhestätten. 1785 wurde die berühmte spätbarocke Kreuzigungsgruppe vom Nikolai-Friedhof auf der Landstraße nach Währing versetzt. Laut Inschrift ist das die ehemalige Grabstätte des k.u.k. Hofjuweliers Josef Friedrich Schwab und seiner Familie. Im Jahr 1873 wurde der Friedhof geschlossen und die berühmten Toten auf den Zentralfriedhof verlegt. Die berühmtesten Grabsteine blieben aber Währing erhalten.

Gertrud Kirche

(C) Krause: Die Marienstatue steht vor der Gertrud-Kirche, der Brunnen ist aber verschwunden.

Der Platz ist nach der Währinger Pfarrkirche zu der Heiligen Gertrud (und Heiliger Laurenz) benannt. Davor hieß der Platz Kirchenplatz und wies eine Marienstatue mit einer Weltkugel auf. Gestaltet von Josef Schneider (1813) sowie ein barockisierender Brunnen von Johannes Benk aus dem Jahr 1884. Die Figur ist im Zweiten Weltkrieg aber verschwunden.