Ach, Peter, was würdest du wohl zum ORF sagen?

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Hans Steiner über … einen nachdenklichen Jahrestag. Angesichts der enorm reißerischen ORF-Debatte sei an Peter Rapp erinnert. Damals, als der Sender noch „Licht ins Dunkel“ brachte & „Hoppalas“ nichts mit Chats zu tun hatten.

Er fehlt nicht nur -„seinem“ Rundfunk, sondern auch dem Wiener Bezirksblatt. „Peter der Große“ ist unvergessen, Kolumnen-Kollege Dieter Chmelar nannte ihn mit seiner spitzen, so treff-sicheren Feder einst „das R des ORF“. Sein Todestag jährt sich zum ersten Mal, als wäre der 25. April 2025 erst gestern gewesen. Ein Abschied nach 60 ORF- und 17 WBB-Jahren. Nos-tal-gisch. Aber gerade in Zeiten der ORF–Zerstörungsdebatte auch der Anlass, im Archiv zu stöbern und auszugraben, was Peter so von sich gegeben hat.

MANIERLICHE OPTIK

Wobei ich gleich vorausschicken möchte, dass er seinen Herzenssender in einigen Punkten sehr kritisch gesehen hat. Im Frühjahr 2024 ärgerte er sich darüber, „dass die Unterhaltung im Fernsehen so schlecht“ ge-worden ist: „Es genügt einfach nicht, halbwegs manierlich auszusehen und in ganzen Sätzen sprechen zu können.“ Oder im Herbst 2021 meinte er scherzhaft: „Auf den Zentralfriedhof gehe ich deshalb so gerne, weil ich dort mehr Freunde habe als am Küniglberg.“ Tatsächlich äußerte er seine Kritik vornehmlich im „Wohnzimmer“, nicht am Balkon der Öffentlichkeit. Er war loyal. Schließlich, so betonte er im Mai 2020 in seiner WBB-Kolumne, „war das Studio 1 am Küniglberg ein paar Jahre lang mein zweites Wohnzimmer“.

GROSSE FUSSSTAPFEN

Die Legende, die am Zen-tralfriedhof ein Ehrengrab bekommen hat, war bei Ö3 ebenso daheim wie bei „Spotlight“, bei „Hoppala“, beim -„Wurlitzer“, 30 lange Jahre lang bei „Licht ins Dunkel“ und bei der „Brieflos-Show“. Nach seinem Abschied Ende 2018 zeigte er Comeback-Qualitäten und begeisterte als launiger Rückblicker noch ein letztes Mal mit „Als wäre es -gestern gewesen“. 

DER UNTERHALTER

Was würde ihm wohl zur dramatischen ORF-Diskussion um Sex und Intrigen einfallen? Würde er sich halb im Ehrengrab umdrehen? Es mag strukturell und politisch einiges nicht stimmen im Staatsfunk. Aber die pauschale Kritik trifft im Grunde auch die vielen guten Mitarbeiter. Jene, die -gerade in den Corona-Monaten und bei Wahlen ihre Kompetenz und Glaubwürdigkeit beweisen. Die in Krisenzeiten bessere -Einschaltquoten als so mancher privater Spaßsender haben. 

Das ist die zweite Seite einer Medaille, die ein Peter Rapp nicht unkommentiert gelassen hätte. Auch wenn er sinngemäß immer betont hatte: Sein -Geschäft sei ja die Unter-haltung, nicht die Politik …

NUR EIN LÄCHELN

Vielleicht aber hätte er über -irgendwelche Chat-Affären -einfach nur gelächelt. Im Sinne von: „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Schließlich wusste er -zeitlebens ORF–Interna, auch schlüpfrige, die er für sich -behalten hat. Da konnten ihn Jour-nalistenfreunde noch so -locken. Ein Mann mit vielen Gesichtern – ein schönes Bild zum unschönen Jahrestag.  

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