In 12 Monaten verdoppelt

Müllmenge auf Autobahnen der Stadt explodiert!

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Während ganz Österreich beim Thema Autobahnmüll einen leichten Grund zum Aufatmen hat, schlagen die Experten für die Bundeshauptstadt Alarm. Die ASFINAG hat die offizielle Müll-Bilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. Das Ergebnis für das gesamte Bundesgebiet klingt zunächst positiv: Die eingesammelte Abfallmenge auf Österreichs Schnellstraßen und Autobahnen ist minimal auf 8.900 Tonnen gesunken (2024: 9.020 Tonnen). Doch der genaue Blick auf die Bundesländer offenbart für Wien eine erschreckende Entwicklung.

Während in großen Ländern wie Niederösterreich und Oberösterreich die Müllmengen zurückgingen, verzeichnete Wien neben Vorarlberg, dem Burgenland, Salzburg und Kärnten einen moderaten Anstieg. Doch in absoluten Zahlen zeigt sich die ganze Härte: In Wien hat sich die Müllmenge auf den Autobahnen innerhalb von nur zwölf Monaten mehr als verdoppelt! Wurden 2024 noch 21 Tonnen Unrat von den Wiener Autobahnabschnitten geholt, waren es 2025 bereits 47 Tonnen.

Wenn die Cola-Dose zum tödlichen Geschoss wird

Müll, der ordnungsgemäß in den Containern auf Rast- und Parkplätzen landet, ist für die ASFINAG kein Problem. Doch auf den hochfrequentierten Wiener Stadtautobahnen wie der A23 (Südosttangente) wird der Abfall immer öfter einfach achtlos aus dem Autofenster direkt auf die Fahrbahn geworfen.

Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein massives Sicherheitsrisiko. Flaschen oder Dosen mutieren bei den hohen Autobahngeschwindigkeiten zu wahren Geschossen, wenn sie von Reifen erfasst werden. Doch selbst harmlos wirkender Unrat wie alte Zeitungen und Papierfetzen sorgt regelmäßig für plötzliche, abrupte Brems- oder Ausweichmanöver der Autofahrer – schwere Unfälle sind die logische Folge.

Lebensgefahr beim händischen Aufklauben

Besonders dramatisch ist die Situation für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Autobahnmeistereien. Weil der Dreck auf der Straße liegt, muss knapp ein Viertel der gesamten österreichischen Müllmenge – das sind über 2200 Tonnen – von den Angestellten händisch eingesammelt werden.

„Unsere Mitarbeitenden sammeln den Müll mit Tagesbaustellen auf – das ist immer ein gewisses Risiko für die Kolleginnen und Kollegen. Weil diese Arbeit im Fließverkehr erfolgt, ist bei den Verkehrsteilnehmenden große Aufmerksamkeit gefragt“, warnt ASFINAG-Geschäftsführerin Tamara Christ. Wer seinen Müll korrekt entsorgt, schützt also aktiv Menschenleben.

Das 9-Millionen-Euro-Problem und illegale Möbel-Entsorgung

Neben dem klassischen „Littering“, dem Wegwerfen von Kleinstmüll, kämpft die ASFINAG mit einem weiteren, dreisten Phänomen: der illegalen Ablagerung von ganzem Hausmüll und Bauschutt. Reifen, Matratzen oder sogar komplette Möbelstücke landen einfach im Gestrüpp neben den Strecken – nur weil sich die Täter die offiziellen Entsorgungsgebühren sparen wollen oder schlicht zu bequem sind.

Dieser Egoismus kostet die Steuerzahler ein Vermögen: Knapp neun Millionen Euro verschlang die Müllbeseitigung auf den Autobahnen im Jahr 2025.

Offensive für den „Arbeitsplatz Straße“

Die ASFINAG versucht der Lage schon länger Herr zu werden. Mit Slogans wie „Ich bin die Autobahn, kein Mistkübel“ wird auf den digitalen Überkopfanzeigen permanent an das Gewissen der Lenker appelliert.

Da die Situation im Fließverkehr immer gefährlicher wird, haben das Ministerium, die ASFINAG und der ÖAMTC in diesem Sommer eine emotionale Offensive gestartet. Unter dem Motto „Meine Mama/mein Papa arbeiten für dich. Danke, dass du auf sie aufpasst“ soll den Autofahrern bewusst gemacht werden, dass am Straßenrand echte Väter und Mütter ihr Leben riskieren – nur weil jemand zu faul war, den Müll bis zum nächsten Rastplatz im Auto zu lassen.

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