Mitten in Wien haben Forscher eine Entdeckung gemacht, die das Bild dieser faszinierenden Meeresbewohner verändert. Im Haus des Meeres zeigte sich: Korallen sind alles andere als passive Lebewesen.
Lange galt die Strömung im Meer als etwas, dem Korallen einfach ausgeliefert sind. Doch nun wurde erstmals nachgewiesen, dass viele riffbildende Steinkorallen selbst aktiv Wasser bewegen. Durch winzige, perfekt abgestimmte Bewegungen ihrer Polypen erzeugen sie mikroskopische Strömungen – und beeinflussen so ihre unmittelbare Umgebung.
Ein stiller Wettkampf
Auch beim Wachsen gehen Korallen überraschend strategisch vor. Manche Arten besiedeln gezielt freie Flächen, andere formen ihre Kolonien so, dass benachbarte Korallen weniger Raum zur Ausbreitung haben. Fast wie Bäume im Wald konkurrieren sie um ihren Lebensraumbare Umgebung.

Forschung mit Bedeutung
Die neuen Erkenntnisse stammen aus zwei internationalen Studien, die unter Beteiligung des Haus des Meeres entstanden und in den renommierten Fachjournalen Communications Biology (Nature Portfolio) und Science Advances veröffentlicht wurden. „Sie zeigen, dass Korallen keineswegs passive Organismen sind, sondern aktiv ihre Umgebung gestalten können“, so Daniel Abed-Navandi, Vize-Direktor des Haus des Meeres. „Gleichzeitig zeigt es, wie wichtig die Verbindung von öffentlicher Bildung, Tierhaltung und neugiergetriebener Forschung ist.“

Wichtig für den Schutz
Gerade weil Korallenriffe weltweit durch den Klimawandel und andere Umweltbelastungen bedroht sind, liefern diese Ergebnisse wertvolles Wissen für ihren Schutz. Und sie beweisen: Manchmal entstehen bahnbrechende Entdeckungen nicht am anderen Ende der Welt – sondern mitten in Wien.

