Mehr als 20 Jahre wurde in der Leopoldstadt gekickt und gesportelt – jetzt ist die ehemalige Sport & Fun-Halle in Niederösterreich auferstanden. Fast alles wurde wiederverwendet.
Was in Wien abgebaut wurde, steht jetzt in Niederösterreich: Das Gebäude hat ein zweites Leben bekommen. Statt auf der Abrisshalde zu landen, wurde die mehr als 20 Jahre alte Halle zerlegt, abtransportiert und in Kettlasbrunn wieder aufgebaut.
Fast wie im Baukasten
Rund 165 Tonnen Stahlbauteile – darunter mächtige Fachwerkträger, Stützen und Pfetten – wurden sorgfältig und zerstörungsfrei demontiert. Dazu kamen Fassadenteile, mehr als 3.900 Quadratmeter Dachfläche, 31 Lichtkuppeln und Teile der Galerie.
Ende August war der Wiederaufbau abgeschlossen.
Kein Abriss, sondern Umzug
Der Grund für das ungewöhnliche Projekt: Am bisherigen Wien-Standort entsteht der neue zentrale Fernbus-Terminal. Die Halle wurde deshalb nicht einfach abgerissen. Stattdessen wurde sie in ihre Einzelteile zerlegt und für eine neuerliche Nutzung vorbereitet.
Auch bei den Baurestmassen wurde auf Recycling gesetzt: Mehr als 3.000 Tonnen Beton-, Ziegel- und Asphaltbruch wurden direkt vor Ort aufbereitet und wiederverwertet. Die Fundamente sind die einzigen wesentlichen Bauteile, die neu hergestellt werden mussten.
Vom Rückbau bis zum Abtransport dauerte das Ganze nur drei Monate.

Aus Sport wird Abfallwirtschaft
In Kettlasbrunn wird aus der einstigen Sporthalle nun eine Zwischenlagerhalle für Abfälle. Mittelfristig könnte dort sogar eine Entmetallisierungsanlage einziehen. Sie soll aus angelieferten Abfällen noch verwertbare Metalle und andere Stoffe herausfiltern.
Die einstigen Wiener Sportler haben also Platz gemacht für einen völlig anderen Zweck. Vom Fußballfeld zur Kreislaufwirtschaft – die Halle hat ihren Standort gewechselt, aber ihre Geschichte ist noch lange nicht vorbei.

