Airbnb: 5 Fakten zum vielleicht aufregendsten Börsengang 2020

GF Ivanov | ©Freedom Finance

Der Online-Marktplatz für Ferienwohnungen Airbnb geht an die Börse. Der Hype ist groß – trotz eines Umsatzrückgangs von 50 Prozent und eines Verlustes von 697 Mio. US Dollar in den ersten neun Monaten diesen Jahres. Gegenüber Mitbewerbern wie Expedia oder Booking.com steht Airbnb deutlich besser da. Dimitry Ivanov, Börsenexperte und Geschäftsführer des Onlinebrokerhaus Freedom Finance Germany, liefert fünf spannende Fakten zum Börsengang von Airbnb. Die 2007 gegründete Plattform für Ferienwohnungen hat am 16.11.2020 seinen IPO beantragt.

Fakt 1: Airbnb kämpft gegen COVID-19
Im Laufe der Pandemie gingen die Buchungen des Unternehmens im zweiten Quartal um 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Infolge der starken Umsatzabnahme entließ das Unternehmen 25 Prozent seiner Mitarbeiter, senkte die Werbekosten und beschaffte zwei Milliarden US Dollar an Finanzmitteln. Die Bewertung des Unternehmens fiel von 31 Milliarden auf 18 Milliarden US Dollar. Im dritten Quartal ging der Umsatz um 18 Prozent zurück, allerdings verzeichnete Airbnb eine Rekordmarge von 31 Prozent. Die Zahl der gebuchten Übernachtungen stieg von 28 Millionen im zweiten Quartal auf 61,8 Millionen im dritten Quartal. Es sei auch darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse von Airbnb für das dritte Quartal wesentlich besser sind als die der Konkurrenz. Die Einnahmen von Booking.com gingen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent zurück, die Einnahmen von Expedia um 58 Prozent, während die Einnahmen von Airbnb lediglich um 18 Prozent zurückgingen.

Fakt 2: Wie hoch die Bewertung ausfällt und was Airbnb einnehmen möchte
Nach Angaben von craft.co hat das Unternehmen im Laufe seiner Geschichte etwa 5,8 Milliarden Dollar angezogen. Inoffiziellen Daten zufolge könnte sich der Platzierungsbetrag beim Börsengang auf bis zu drei Milliarden US Dollar belaufen, bei der Bewertung bis zu 30 Milliarden US Dollar. Die Hauptaktionäre des Unternehmens sind Sequoia Capital, Founders Fund und DST Global.

Fakt 3: Das 3 Billionen Dollar Business
Das Unternehmen schätzt seinen potenziellen Markt auf 3,4 Billionen US Dollar, wovon 1,8 Billionen US Dollar auf kurzfristige Aufenthalte (Miete) entfallen. Zu den Wettbewerbern gehören Booking Holdings, Expedia Group, Trip.com Group, Meituan Dianping, Fliggy (Alibaba) Despegar, MakeMyTrip, Marriott, Hilton, Accor, Wyndham, InterContinental und andere.

Fakt 4: Wie aus „Luftmatratze und Frühstück“ ein Milliarden-Geschäft wurde
2007 wurde das Unternehmen von Brian Chesky und Joe Gebbia in San Francisco gegründet. Anfänglich wurde die Grundidee von AirBedandBreakfast.com („Luftmatratze und Frühstück“) für verrückt gehalten. Doch die Technologieplattform von Airbnb sorgte für das Wichtigste. Sie schuf Vertrauen zwischen dem Gastgeber und dem Gast, was in der Folge zu einem „Hosting“ auf globaler Ebene führte. Heute bieten auf der Plattform mehr als vier Millionen Eigentümer alles: von einem Zimmer in ihrem Haus oder Wohnung bis hin zu großen Villen mit einer Mietdauer von einer Nacht bis zu mehreren Monaten an. In mehr als 220 Ländern auf der ganzen Welt haben die Eigentümer von Wohnungen auf der Airbnb-Plattform mehr als 825 Millionen Gäste bedient und insgesamt mehr als 110 Milliarden US Dollar verdient.

Fakt 5: Mögliche Risiken
Unabhängig von der derzeitigen Krise gibt es folgende Risiken, die das Unternehmen am weiteren Wachstum hindern könnten. Zum einen ist das Unternehmen davon abhängig seine Gäste langfristig zu binden und die Dienstleistung des Unternehmens immer wieder in seiner Attraktivität zu steigern. Weiterhin ist der Wettbewerb in der Branche groß. Zudem sind äußere Einflüsse, die die Sicherheit von Gästen gefährden, Faktoren, die die Wahrnehmung der Airbnb-Plattform und die Fähigkeit des Unternehmens neue Gäste zu gewinnen, beeinträchtigen können.