In Simmering waren die Gespräche im Dezember intensiv, die Zahlen wurden genau abgewogen. Mit 69,5 % der Mittel gehen knapp 15 Millionen Euro in den Ausbau, die Modernisierung und die Instandhaltung von Schulen und Kindergärten. Ein klares Bekenntnis zu Bildung und Zukunft. Doch die Rahmenbedingungen für das Budget 2026 sind härter als in früheren Jahren. Die Stadt Wien hat die Bezirksbudgets auf dem Niveau von 2025 „eingefroren”. Es gibt keine automatische Erhöhung der Mittel trotz steigender Kosten. Das betrifft auch Simmering und stellt viele Bezirke vor spürbare finanzielle Zwänge.

Zwischen den Zeilen: Ein Budget in schwierigen Zeiten

Das Gesamtvolumen von rund 21,5 Millionen Euro zeigt, wo die Prioritäten liegen und wo man mit relativ knappen Ressourcen auskommen muss. Während fast 70 % des Budgets in Bildungsstandorte fließen, sind die Anteile für Verkehr, Grünflächen und Kultur vergleichsweise klein. Diese Prioritätensetzung macht angesichts steigender Kosten für Personal, Material und Energie Sinn. Oft bleibt den Bezirken trotz großer Projekte nur ein begrenzter finanzieller Spielraum.

Das „Einfrieren“ des Bezirksbudgets bedeutet, dass Simmering für 2026 ohne Inflationsausgleich oder Mehreinnahmen so viel Geld erhält wie im Vorjahr. Durch diese Maßnahme will die Stadt Wien insgesamt über 17 Millionen Euro zur Konsolidierung der städtischen Finanzen beitragen und gleichzeitig wichtige Sozial- und Infrastrukturleistungen absichern.

Der Großteil des Budgets wird in Schulen und Kindergärten investiert. © KI-generiert mit ChatGPT

Der Großteil des Budgets wird in die Modernisierung von Schulen und Kindergärten investiert. © KI-generiert mit ChatGPT

Übersicht der Budgetverteilung: Wo geht das Geld hin?

Im neuen Budget 2026 von Simmering wurden die Mittel wie folgt eingeplant:

  • 69,5 % – Schulen und Kindergärten: 
    Etwas über 14,9 Mio. € (14.916.800 €) fließen in den Ausbau, die Modernisierung und die Instandhaltung unserer Bildungseinrichtungen – ein klares Signal für Bildungschancen und ein zeitgemäßes Lernumfeld.
  • 9 % – Grünflächen und Parks:
    Etwa 1,95 Mio. € (1.946.700 €) sind für Pflege und Erweiterung von Erholungsräumen vorgesehen – für mehr Lebensqualität im Bezirk.
  • 8 % – Kultur & Freizeit:
    Mit 1,73 Mio. € (1.731.000 €) werden Kultur- und Freizeitangebote unterstützt, die den sozialen Zusammenhalt stärken.
  • 3 % – Verkehrswege & Infrastruktur:
    Mit 2,86 Mio. € (2.865.800 €) werden Gehwege, Straßen und weiteres Infrastruktur-Potenzial erhalten und verbessert.
  • 0,5 % – Verwaltung & Organisation:
    105.200 € sind für die Organisation des Bezirks vorgesehen – ein kleiner, bewusst schlanker, aber notwendiger Posten für reibungslose Abläufe.

„Einfrieren“ des Budgets: Was bedeutet das für Simmering?

Die Entscheidung, die Bezirksbudgets auf dem Niveau von 2025 zu halten, trifft viele Bezirke in Wien, nicht nur Simmering. In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten, wachsender Anforderungen an öffentliche Einrichtungen und zunehmender Bau- und Sanierungsaufgaben bedeutet dieses „Einfrieren“ eine reale Kürzung der finanziellen Handlungsspielräume.

Kritiker aus unterschiedlichen politischen Lagern sehen darin eine zusätzliche Belastung für die Bezirke. Diese müssten viele Aufgaben schultern: von der Pflege von Grünflächen über die Erhaltung der Infrastruktur bis hin zur Förderung kultureller und sozialer Projekte. Ohne Inflationsausgleich stehen sie vor der Herausforderung, kreative Lösungen zu finden oder auf Rücklagen zurückzugreifen.

Das Bezirksbudget 2026 wurde in Simmering bewusst so beschlossen, dass zentrale Aufgaben – vor allem im Bildungsbereich – abgesichert sind. Gleichzeitig bleiben wichtige Investitionen in Verkehr, Grünraum und Kultur im Rahmen eines insgesamt eingefrorenen Budgets. Für alle Simmering heißt das: Stabilität in den Kernaufgaben, aber auch Augenmaß bei der Umsetzung, gerade in finanziell angespannten Zeiten.